Die Bernische SVP hat ein Luxusproblem

Die bernische SVP hat entschieden, zu den Nationalratswahlen im Herbst 2015 nur mit einer Liste anzutreten. Doch in vielen Wahlkreisen gibt es wesentlich mehr Interessierte, als Listenplätze vergeben werden können. Das gefällt nicht allen.

Treppe im Rathaus.

Bildlegende: Die SVP muss vorselektionieren, wer möglicherweise politisch eine Stufe höher steigen darf und wer nicht. SRF

«Wir haben zu wenig Linien und zu viele Kandidaten», sagt der Fraktionschef der SVP im Berner Kantonsparlament, Peter Brand. «Wie wir das lösen, weiss ich noch nicht.»

Widerstand aus den Regionen

Die SVP Delegiertenversammlung hat Mitte Oktober entschieden, nur mit einer Liste zu den Nationalratswahlen anzutreten. Also nur mit 25 Kandidatinnen und Kandidaten. Gegen diesen Entscheid hat sich der Wahlkreis Biel-Seeland gewehrt. Dieser stellte den Antrag, mit zwei Listen in den Nationalratswahlkampf zu ziehen. Also mit bis zu 50 Kandidatinnen und Kandidaten.

«Wir haben bei den kantonalen Wahlen im Frühling gesehen, dass wir mit mehr Kandidaten die Wählerinnen und Wähler viel besser mobilisieren können», sagt Wahlkreis-Präsident Martin Schlup.

Zwei Listen hätte auch Beatrice Frey begrüsst, die Präsidentin des Wahlkreises Thun. Den Thunern stehen drei Listenplätze zu - zwei werden bereits von den bisherigen Nationalräten Adrian Amstutz und Albert Rösti besetzt. Für die dritte Linie kommen fünf Kandidaten in Frage. «Jetzt müssen wir mit den Interessenten Gespräche führen und eben selektionieren», sagt Beatrice Frey.

Gemäss SVP-Geschäftsführerin Aliki Panayides hat eine Liste viele Vorteile: «Die SVP bündelt ihre Kräfte, Kosten können gespart werden und den Bürgerinnen und Bürgern wird das Wahlprozedere erleichtert.»