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Bern Freiburg Wallis «Die Bevölkerung hat Angst vor einem Identitätsverlust»

Brünisried, Oberschrot, Plaffeien, Plasselb und Zumholz im Sensler Oberland fusionieren nicht zu einer Gemeinde. Zwei Gemeinden sagen Nein. Auch andere Fusionsprojekte im Kanton Freiburg scheitern.

Blick auf die beiden Dörfer
Legende: Plaffeien bleibt eine Gemeinde und fusioniert nicht mit vier anderen. SRF

Im Sensler Oberland kommt es nicht zu einer Fusion von fünf Gemeinden um Plaffeien. Zwei Gemeinden lehnten den Zusammenschluss ab. Die Gemeinde Brünisried sagt deutlich Nein, Plasselb knapp Nein zur Fusion. Somit ist das ganze Fusionsprojekt gescheitert.

Das Stimmvolk der anderen drei Gemeinden hat sich eine Fusion gewünscht und die Fusionspläne an der Urne deutlich gutgeheissen.

So haben die einzelnen Gemeinden abgestimmt

Gemeinde
Ja
Nein
Brünisried41,7 Prozent (158 Stimmen)
58,3 Prozent (221 Stimmen)
Oberschrot79,8 Prozent (434 Stimmen)
20,2 Prozent (110 Stimmen)
Plaffeien81,2 Prozent (688 Stimmen)
18,8 Prozent (159 Stimmen)
Plasselb48,3 Prozent (275 Stimmen)
51,7 Prozent (294 Stimmen)
Zumholz74,8 Prozent (151 Stimmen)
25,2 Prozent (51 Stimmen)

Otto Lötscher ist Gemeindepräsident von Plaffeien. Er setzte sich für die Fusion ein. «Ich bin enttäuscht», sagt er. «Ich hätte nicht damit gerechnet, dass gleich zwei Gemeinden Nein sagen.»

Er erklärt sich das Resultat mit der Angst der Bevölkerung vor einem Identitätsverlust. «Viele wollten nach der Post nicht auch noch die Gemeindeverwaltung verlieren.» Er hält es für möglich, dass sich nun die drei Gemeinden zusammenschliessen, die zur Fusion Ja sagten.

Fusionen scheitern, Fusionen kommen zustande

Auch andere Gemeindefusionen hatten es an diesem Sonntag an der Urne schwer.

  • Im Glânebezirk sagen Romont und Billens-Hennens zwar Ja zu einem Zusammenschluss, Mézière lehnt die Fusion aber ab. Somit ist auch dieses Fusionsprojekt gescheitert.
  • Bei einer Konsultativabstimmung im Westen der Stadt Freiburg sagen zwei von zehn Gemeinden Nein zu einer möglichen Fusion von Autigny, Avry, Chénens, Corserey, Cottens, La Brillaz, Matran, Neyruz, Noréaz und Prez-vers-Noréaz. Angedacht ist eine Fusion zur drittgrössten Gemeinde im Kanton Freiburg. 12‘469 Einwohner würden in dieser neuen Gemeinde leben. Die definitive Abstimmung ist im Herbst.

Fusionen kommen dafür im Seebezirk und im Saanebezirk zustande.

  • Im Seebezirk fusionieren Haut-Vully und Bas-Vully zur Gemeinde Mont-Vully mit acht Ortsteilen und 3393 Einwohnern.
  • Im Saanebezirk vereinigen sich Belfaux mit Autafonds zur Gemeinde Belfaux mit 3000 Einwohnern.

Die beiden neuen Gemeinden starten am 1. Januar 2016.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Hans Waldmann wurde 1499 umgebracht, weil er «Gemeindefusionen» durchziehen wollte. Viel weiter scheint die schweizer Bevölkerung immer noch nicht zu sein. «Identitätsprobleme» wegen Gemeindefusion? Sorry - wieso nicht mal zum Psychiater?
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  • Kommentar von Stefan Julmy, Zumholz
    Ich finde es mehr schade das Zumholz der Fusion auch nicht nein gesagt hat, schaut man wie sich die Fusionen zb. In Luzern Aargau etc. Für die ehemaligen Gemeinden so drastische Nachteile hingezogen hat.( Finaziel,mit Sprache recht etc..). Frage ich mich warum nicht nur die gemeideräte fusionieren Und in zumholz sagte die Gemeinde vor ein paar Jahren das kein Bauland mehr eröffnet wird finde ich gut, besser ist aufstocken etc.. Und ich will sehen ob plaffeien da auch nichts daran ändert..
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  • Kommentar von Bertrand-Marc Lauper, St.Ursen
    Warum immer eine fusion machen,Wenn man schon Nachbar ist? Wieso muss immer alles nur um Geld gehen? Ich war als Kind oft in Plasselb> Und habe Verwante da.( ich bin stolz dass Plasselb so gestimmt hat.)
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