Die Dauergäste auf dem Zeltplatz Eymatt kämpfen für ihr Zuhause

Der TCS will den Campingplatz Eymatt bei Bern für Touristen attraktiver machen und künftig in den Wintermonaten nicht mehr betreiben. Für die 60 Dauermieter würde das das Ende eines Lebensstils bedeuten, den sie bewusst gewählt haben. Jetzt setzen sie sich zur Wehr.

Die Dauermieter haben sich Anfang Oktober zu einem Verein zusammengeschlossen und wollen nun gemeinsam gegen das Ansinnen des TCS vorgehen. Mitte September hat ihnen der Betreiber TCS beschieden, dass die Verträge nicht erneuert werden, Anfang Dezember müssen sie ihre Plätze bereits geräumt haben.

«Viele Dauermieter leben seit Jahren hier, das Vorgehen ist aus unserer Sicht rechtlich nicht haltbar», sagt Karin Zech, Vizepräsidentin des Vereins. Auch vom neuen Gestaltungskonzept des TCS sind sie nicht überzeugt. «Es sieht noch ziemlich unkonkret aus», sagt Karin Zech. Was der TCS genau vorhabe, sei ihr nicht klar.

Der TCS macht geltend, dass die Besucherzahlen auf dem Campingplatz rückläufig sind und die über 20 Jahre alte Anlage eine Erneuerung nötig hat. So sollen die Parzellen vergrössert und die Begrünung und das Restaurant erneuert werden. Gleichzeitig will der TCS den Campingplatz in den Wintermonaten schliessen. «Die Anlage soll für Touristen attraktiver werden», sagt David Venetz, Sprecher des TCS.

Würde Dauermieter hart treffen

Ein Ende des Winterbetriebs würde viele Dauermieter hart treffen. Rund 60 Personen aus allen sozialen Schichten, mit verschiedenen beruflichen Hintergründen wohnen in der Eymatt.

Einige von ihnen würden aus finanziellen Gründen keine Wohnung finden, wenn sie gehen müssten. Demnächst finden Gespräche zwischen dem TCS und der Stadt Bern statt. Sie hat mit dem TCS einen Baurechtsvertrag über mehrere Jahrzehnte.

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Knatsch um Campingplatz

3:56 min, aus Schweiz aktuell vom 6.10.2015