Die Freiburger Poyabrücke ist offiziell eröffnet

Bei einer Feier mit zahlreichen Gästen hat Bundesrätin Doris Leuthard das obligate Band zerschnitten. Das Regionaljournal hat mit der Sprachwissenschaftlerin Claudine Brohy und dem Journalisten Nicolas Beer über die Rolle von Freiburg als Brückenkanton gesprochen.

Die Poyabrücke ist nicht nur ein imposantes und teures Bauwerk, sondern auch ein Sinnbild für die Zweisprachigkeit des Kantons Freiburg. Sie soll mithelfen die deutsche und die welsche Schweiz einander näherzubringen.

Die Sprachwissenschaftlerin Claudine Brohy und der Journalist Nicolas Beer sind täglich mit der Zweisprachigkeit in ihrem Kanton konfrontiert. Sie unterrichte Deutsch und Schweizerdeutsch und arbeite auch in zweisprachigen Kommissionen mit, sagt Claudine Brohy. Und seine Frau spreche mit den Kindern konsequent Schweizerdeutsch, sagt Nicolas Beer.

Wird die Zweisprachigkeit auch wirklich gelebt? Dies sei sehr individuell, sagt Claudine Brohy. Es gebe Leute, die switchten laufend hin und her. «Andere können gut nur mit einer Sprache überleben.» Dies sei stark vom Alltag der Leute abhängig. «Ich kenne viele Leute, die zum Beispiel die ‹Liberté› und die ‹Freiburger Nachrichten› lesen.»

Für Nicolas Beer ist klar: «Als Romand muss ich im Kanton Freiburg eigentlich nicht deutsch sprechen können.» Für ihn ist Freiburg am Rand der Romandie. In Genf werde Freiburg nicht als Brückenkanton wahrgenommen. Aber: Es sei für seine Kollegen in Genf manchmal praktisch, wenn sie jemanden haben, der deutsch spricht und in Bern ein Interview machen könne.