Die Kastanientradition von Mörel

Die Kastanien in Mörel sind reif. Rund 100 Kilogramm können diesen Herbst geerntet werden. Um die Kastanientradition aufrechtzuerhalten, wurden vor 9 Jahren 130 junge Bäume gepflanzt.

Zunftmeister Alban Albrecht neben einem Baum.

Bildlegende: Zunftmeister Alban Albrecht ist stolz auf seine Kastanienbäume. Silvia Graber/SRF

Bis Ende der 1990er-Jahre standen zwei alte Kastanien-Bäume am Dorfeingang von Mörel. Sie galten als Wahrzeichen des Dorfs. Weil die Äste morsch waren und drohten auf die Strasse zu fallen, mussten diese Bäume jedoch aus Sicherheitsgründen gefällt werden.

Der Burgerrat von Mörel wollte aber an der Kastanientradition festhalten und wieder junge Bäume pflanzen. Daher wurde 2006 die «Chestene-Zunft» Mörel gegründet.

Oberhalb des Dorfes im Gebiet «Salzgäb» wurden 130 junge Kastanien-Bäume gepflanzt. Sie tragen zurzeit noch wenig Früchte. Alban Albrecht ist Zunftmeister der Chestene-Zunft. Gegenüber Radio SRF sagt er: «Unsere Bäume kommen erst langsam in die Ertragsphase. Wir müssen noch etwas Geduld haben.»

100 Kilo Marroni pro Jahr

Vor rund 2000 Jahren brachten die alten Römer die Kastanienkultur in das Wallis. In Mörel gibt es heute rund 170 alte Bäume, welche laut Zunftmeister Alban Albrecht einen Ertrag von rund 100 Kilo Kastanien liefern. Die Kastanien werden im Wallis gern als Brisolée serviert. Dazu gehören geröstete Kastanien, Trockenfleisch, Wurst, Käse und eine gute Flasche Wein.