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Bern Freiburg Wallis «Die Landesausstellung 1914 war ein Volksfest»

Vor 100 Jahren wurde in Bern die dritte Landesausstellung eröffnet. Mit über drei Millionen Eintritten sei sie ein Erfolg gewesen, sagt der frühere Berner Staatsarchivar Peter Martig. Die Ausstellung stand auch im Zeichen des Ausbruchs des ersten Weltkrieges.

Ein Platz «von Wucht und Pracht» sei das Viererfeld, schrieb vor 100 Jahren die «Neue Zürcher Zeitung» zur Wahl des Viererfelds für die Landesausstellung 1914 in Bern. Auf einer Fläche von 500'000 Quadratmetern wurden vom Neufeld über das Mittelfeld bis zum Viererfeld zahlreiche Hallen und Pavillons aufgebaut, die den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die Produkte der heimischen Wirtschaft geben sollten.

«Es war eine Produkteschau wie heute die BEA oder die Muba», sagt Peter Martig, der frühere Staatsarchivar des Kantons Bern im Gespräch mit dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Vor allem die Berner Wirtschaft sei stolz gewesen, ihre Produkte präsentieren zu können. Einer der Höhepunkte war eine Ausstellung von Automobilen aus Schweizer Fabriken.

Ein Dorf mit allem Drum und Dran

Ein Renner war auch das Dorf, das nach den Plänen des Berner Architekten Karl Indermühle aufgebaut wurde: Kirche, Pfarrhaus, Bauernhaus, Wirtschaft - nichts durfte fehlen. Das Dorf sollte aufzeigen, wie in Zukunft auf dem Land gebaut werden könnte, sagt Peter Martig. Noch heute seien Gebäude im Landistil zu sehen, zum Beispiel einige Bahnhöfe entlang der RBS-Linie nach Solothurn.

Die Landesausstellung 1914 ging nicht ohne Kritik über die Bühne. Für die Romands war sie zu deutschfreundlich. Sie ärgerten sich zum Beispiel über das Ausstellungsplakat und darüber, dass anfänglich alle Wegweiser nur in deutsch angeschrieben waren. Die Ausstellung habe den Röstigraben eher noch vertieft, ist Martig überzeugt.