Die Monte-Rosa-Hütte ist für den SAC kein Vorzeigemodell

Die Bilanz nach fünf Jahren ist durchzogen: Die moderne Technik der Monte-Rosa-Hütte zeige viele Möglichkeiten für die Zukunft auf. Man könne die Erkenntnisse aber nicht eins zu eins für andere Hütten übernehmen, sagt der SAC.

Die Monte Rosa-Hütte oberhalb von Zermatt.

Bildlegende: Nach anfänglichen Kinderkrankheiten läuft die Monte-Rosa-Hütte einwandfrei. Keystone

Vor fünf Jahren wurde die neue Monte-Rosa-Hütte ob Zermatt eingeweiht. Als Forschungsprojekt der ETH Zürich wurde der Bau mit der modernsten Technik ausgerüstet, auch um zu testen, wie sich diese Technik so hoch in den Bergen bewährt. Jetzt – fünf Jahre später – gilt die Hütte für den SAC allerdings noch nicht als nachahmenswert.

Jürg Hildbrunner, Präsident der Hüttenkommission des SAC: «Das ist ein Modell, das direkt aus dem Labor in den Berg kam. Es hatte viele Kinderkrankheiten.» Ziel der ETH Zürich war es, die Hütte möglichst autark zu machen. Sie sollte die benötigte Energie mit Solarzellen zu 90 Prozent selber herstellen und die Abwasser auch selber reinigen.

Beide Ziele wurden laut Peter Planche vom SAC Monte Rosa in den ersten Jahren nicht erreicht: «Die Kläranlage musste ausgebaut werden und die Sonnenkollektoren reichten im ersten Jahr nur für rund 60 Prozent des Strombedarfs. Der Rest musste mit Diesel produziert werden.»

Das Problem war, dass im ersten Jahr viel mehr Besucher als erwartet zur Hütte kamen. Laut Peter Planche hat man diese Kinderkrankheiten inzwischen eliminiert: «Neue und bessere Kollektoren wurden aufgebaut. Wir erreichen heute die angepeilten 90 Prozent Selbstversorgung mit Sonnenenergie.» Ein Vorzeigemodell für andere Berghütten wurde die Monte Rosa trotzdem nicht. «Diese Technik kostet natürlich sehr viel Geld. Ohne Sponsoren und für kleinere Hütten ist das schlicht nicht bezahlbar», meint Peter Planche.