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Bern Freiburg Wallis Die neue Lust an Stadtplätzen

Die Städte putzen ihre Plätze heraus: Bern in den Aussenquartieren, Freiburg in der Innenstadt. Die Ansprüche sind vielfältig, die Probleme auch. Doch es gibt Lösungen.

Auto auf einer Strasse, dahinter eine Baustelle
Legende: Aus dem Strassenschlauch Eigerplatz in Bern soll ein richtiger Platz werden. SRF/Thomas Pressmann

Bern hat eine Platzoffensive gestartet. Nach dem Ja zur Umgestaltung des Breitenrainplatzes im Juni geht es nun an einen weiteren Platz. Schon im Herbst soll das Stimmvolk über den neuen Eigerplatz abstimmen. Die Berner Baudirektorin Ursula Wyss sprich von einer «Re-Urbanisierung». «Die Leute kehren zurück in die Städte und wollen schöne, lebendige Plätze.» Auch die nicht sehr schmucken Innenstadtplätze sind (wieder) im Visier der Stadtplaner.

Auch andere Städte entdecken ihre Plätze. Freiburg will das Areal um die Kathedrale umgestalten, in Brig ist die Verschönerung des Bahnhofplatzes aufgegleist.

Die Berner Baudirektorin Ursula Wyss will die Plätze für die Quartierbevölkerung gestalten. «Raum für Kinder zum Spielen und zum Mittagessen» soll es geben. Planer warnen aber immer wieder davor, Plätze mit Bänken, Blumen und Bäumen zu überladen.

«Wenn man es allen recht machen will, kommt das selten gut», sagt der ETH-Stadtforscher Christian Schmid. «Plätze sollten genug Freiraum bieten, damit die Menschen selber den Platz mitgestalten können.»

Häufig wünschen sich die Leute einen Platz, wie sie ihn aus den Ferien kennen: eine lebendige Piazza mit einem schmucken Café unter schattenspendenden Bäumen. Landschaftsarchitekt Philippe Marti von der Metron AG hat dagegen nichts einzuwenden. Nur: «Damit ein Platz lebendig ist, müssen auch die Erdgeschosse in den Häusern rundherum belebt sein.»

Vielerorts fehlen Geschäfte oder Restaurants, die einen Platz wirklich beleben. Häufig stört zudem der lärmende Verkehr. Meist lassen sich die Autos nicht gänzlich verbannen. Koexistenz ist die Lösung: «Autos, Fussgänger und Velofahrer haben alle die gleichen Rechte und es gilt Tempo 30», sagt Philippe Marti. «In Köniz bei Bern hat sich dieses System bewährt.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:32 Uhr/17:30 Uhr)

2 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Nichts gegen ein schönes Stadtbild. Irgendwie komme ich mir aber neben den Schuhen vor. Da labern unsere Politiker doch stetig was davon, sie haben kein Geld und schreiben rote Zahlen. Wir Bürger müssen mehr zahlen. Sogar die Ärmsten sollen noch weniger bekommen. Aber Strassen, Plätze und sonstige Prestigeobjekte kann man bauen. Sogar wenn sie ein Rückschritt (wie in Reinach BL) sind. Millionen einfach zum Fenster rauswerfen, kein Wunder fehlt dann das Geld! Sind Strassen mehr Wert als wir?
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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Man schaue sich in Bern den «Europaplatz» an und vergisst alles, was hier auf srf.ch geschrieben wurde ...
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