Die Pausenfrucht als (nicht) lukratives Geschäftsmodell

Für 15 Franken erhalten Schülerinnen und Schüler einen Monat lang jeden Tag eine Frucht und ein Stück Brot. Bereits machen rund 1000 Schüler rund um Biel mit.

Ein Zeitungsartikel habe ihn auf die Idee gebracht, erklärt der Geschäftsführer von «Pausenfrüchte», René Bircher: «Ich habe gelesen, dass jedes zehnte Kind übergewichtig ist.» Der Unternehmer kauft die Früchte bei Grossisten oder Bauern und bereitet diese in einer Zentralküche vor.

Seine 16 Angestellten bringen diese jeden Tag zur Pause in die Schulen. Es sei eine Art Catering für Kinder. Die Früchte seien attraktiv präsentiert: «Ein Fruchtspiess, Erdbeeren in einem Becher mit Löffel oder Ananas in Form von Pommes-Frites mit einer Beerensauce.»

Eine goldene Nase verdient sich René Bircher mit den Pausenfrüchten nicht. Zu aufwändig sei die Sache. «Leider erhalte ich von den Gemeinden keine Subventionen.»

Viele Eltern seien zwar froh, dass ihre Kinder gesund essen würden, manchen würden aber auch kritisieren, dass die Früchte nicht saisongerecht seien. René Bircher verteidigt sich: «Im Winter wird das schwierig.» Deshalb müsse er auf exotische Früchte ausweichen. Im Vordergrund stehe für ihn die Gesundheit.

«Dann nehme ich halt zwei Stück Brot»

Daniel Schär, Schulleiter von Bellmund bei Biel ist begeistert: «Ich bin gespannt, wie lange die Kinder mitmachen.» Rund 80 Prozent seiner Schüler seien im Moment dabei. Und den Kindern scheint es zu gefallen:

Die zehnjährige Lena isst gerne Früchte. «Und wenn ich die Frucht nicht gerne habe, kann ich einfach zwei Stücke Brot nehmen.» Auch den zehnjährigen Ben brauchten die Eltern nicht zum Früchteessen zu überzeugen: «Ich wollte es selber ausprobieren.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr)

Mehr zum Thema