Die Romands in der Walliser SP wollen auch Stéphane Rossini

Der Parteitag der Unterwalliser SP spricht sich deutlich für eine offene Liste für die Staatsratswahlen im März 2017 aus. Sie greift mit Stéphane Rossini die bisherige SP-Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten aus dem Oberwallis an.

Esther Waeber-Kalbermatten verteidigt sich am Rednerpult.

Bildlegende: Esther Waeber-Kalbermatten wehrt sich vor der Unterwalliser SP vergeblich für eine Einzelkandidatur auf der SP-Liste. SRF / Priska Dellberg

Die SP des welschen Wallis (PSVR) hat sich deutlich für eine offene Liste für die Regierungswahlen im Frühjahr 2017 ausgesprochen. Sie ermöglicht damit eine Kandidatur des ehemaligen Nationalratspräsidenten Stéphane Rossini.
Die rund 170 in Randogne anwesenden PSVR-Mitglieder sprachen sich mit 126 zu 34 Stimmen deutlich für die offene Liste aus. «Die Karten werden neu gemischt», sagte PSVR-Präsident Gaël Bourgeois nach der Abstimmung.

Stéphane Rossini am Rednerpult

Bildlegende: Stéphane Rossini soll mit Esther Waeber auf einer offenen Liste antreten SRF / Priska Dellberg

Rossini hatte nach dem Abschied aus Bundesbern vor einem Jahr seine Ambitionen für die Kantonsregierung nie verborgen. Diesen stellte sich die bisherige Oberwalliser SP-Staatsrätin Waeber-Kalbermatten in den Weg. Sie kündigte Anfang Mai an, für eine dritte Amtszeit kandidieren zu wollen. Mit Rossini habe sie zuvor nicht über die Frage gesprochen, gab Esther Waeber- Kalbermatten an.

Machtprobe mit SP Oberwallis

Das wiederum verärgerte die SP des «Valais romand», die von einem Putsch sprach. Das Zerwürfnis förderte ein Grundproblem der SP Wallis zu Tage. Seit dem Einzug in die Walliser Kantonsregierung 1997 vertraten stets Oberwalliser die SP.
Die frühere Apothekerin war bei ihrer Wahl 2009 zudem die erste Frau in der Walliser Kantonsregierung. Die Unterwalliser SP sieht ihre Ansprüche dadurch legitimiert, dass jeweils 80 Prozent der Stimmen der Sozialdemokraten aus dem welschen Kantonsteil stammen.

Esther Waeber will Situation überdenken

Esther Waeber-Kalbermatten hatte sich in mehreren Interviews gegen ein Zweier-Ticket ausgesprochen, weil sich die Stimmen verteilen und damit den Sitz der Walliser SP in der Regierung gefährden könnten. Ihre Kandidatur wurde von der Oberwalliser SP bereits abgesegnet. Sie legte sich am Samstag in Randogne nicht fest, will den Gesamtkongress der SP Wallis abwarten und die Situation neu überdenken.
In der Walliser Regierung verfügen die Sozialdemokraten wie die SVP über einen Sitz, die drei anderen gehören der CVP, die traditionell stärkste Partei im Bergkanton ist. Nach vier Jahren Absenz will auch die FDP in die Walliser Kantonsregierung zurückkehren.