«Die Schule muss Integration vorleben»

Zur Zeit besuchen drei Flüchtlingskinder aus dem Durchgangszentrum in Riggisberg die Schule. Dies geschehe ohne Probleme, sagt die Schulleitung. Man möchte sogar mehr solche Kinder. Mit der Integration dieser Kinder könne die Schule vielleicht die Haltung der Erwachsenen im Dorf verändern.

Ein Schulkind arbeitet an einem Aufgabenblatt.

Bildlegende: Im Unterricht mit den Flüchtlingskindern spreche man mit Händen und Füssen. Keystone

«Die Flüchtlingskinder sprechen Hocharabisch. Und ich kann kein Hocharabisch. Also sprechen wir mit Händen und Füssen.» Das sagt Ruth Huber, welche die drei Flüchtlingskinder aus dem Durchgangszentrum in Riggisberg unterrichtet. 20 Lektionen pro Woche erhalten die Kinder. Hauptsächlich Deutsch, dazu besuchen sie Turnen, Zeichnen oder Hauswirtschaft in den Regelklassen.

Die Schule tut ihre Pflicht. «Wir müssen diese Grundversorgung bieten», sagt Fred Rohrbach, Schulleiter in Riggisberg. Und diese Kinder seien sehr wissbegierig. Die Schule leiste mit dem Unterricht zudem ihren humanitären Beitrag an das Flüchtlingselend. Und vor allem könne die Schule Integration vorleben, so Rohrbach.

Eine andere Haltung erreichen

Mit Flüchtlingskindern im Unterricht kämen zahlreiche Familien aus dem Dorf direkt mit dem Schicksal dieser Menschen in Berührung. «Und wenn die Schüler in Riggisberg direkt mit solchen Kindern in Beziehung stehen, erreichen wir bei denen vielleicht eine andere Haltung gegenüber Fremden, als es die Eltern möglicherweise haben.»

Zur Zeit besuchen drei Schulkinder den Unterricht. Sie besuchen eine vierte, sechste und achte Klasse. Die Schule in Riggisberg habe mit mehr Kindern gerechnet und sei für eine grössere Zahl bereit. «Wir hätten gern mehr von ihnen», sagt Schulleiter Fred Rohrbach.