Die Stadt Biel zieht in den Kampf gegen Lotterbuden

Die Stadt Biel hat genug von ihrem schlechten Ruf als Hochburg der Sozialhilfebezüger. Die Stadtregierung schlägt deshalb eine härtere Gangart gegenüber Hausbesitzern an, die ihre Objekte verlottern lassen und für viel Geld an Sozialhilfebezüger vermieten.

Ein Mehrfamilienhaus in der Stadt Biel von aussen.

Bildlegende: Viele Häuser entlang von stark frequentierten Strassen in Biel machen nicht gerade einen guten Eindruck. SRF

Zur Bekämpfung der Verwahrlosung des Wohnungsmarkts begeht der Bieler Gemeinderat verschiedene Wege: Künftig sollen Hausbesitzer, die an Sozialhilfeempfänger vermieten, ihr Geld nicht mehr direkt und risikolos vom Sozialdienst erhalten, sondern von den Sozialhilfebeziehenden selber.

Weiter will die Stadt bau- und feuerpolizeiliche Kontrollen bei verwahrlosten Liegenschaften verstärken. Städtische Beamte sollen sich bei Rundgängen gezielt problematische Liegenschaften vornehmen. Nebst Repression setzt die Stadtregierung aber auch auf Belohnung. Jährlich sollen die besten Sanierungs- und Erneuerungsprojekte mit einem Preis belohnt werden.

Die Gemeinderäte Feurer und Fehr (Mitte rechts) präsentieren, flankiert von Spezialisten, Ideen für mehr Wohnqualität.

Bildlegende: Die Gemeinderäte Feurer und Fehr (Mitte rechts) präsentieren, flankiert von Spezialisten, Ideen für mehr Wohnqualität. SRF

Bei ihrem Vorgehen stützt sich die Stadt auf eine Studie, des Unternehmens Wüest und Partner die zum Schluss kommt, dass Fehlanreize und Systemmängel im Liegenschaftsmarkt mitverantwortlich für die grosse Zahl an Sozialhilfebezügern in Biel sind. Letztes Jahr lebten rund 11,4 Prozent der Bieler Bevölkerung von der Sozialhilfe. Im Vergleich mit anderen Städten ein hoher Wert.