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Digitale Schule Stadt Bern rüstet Schulen mit WLAN aus

In sämtlichen Gebäuden wird drahtloses Internet installiert. Die Strahlung sei gering. Kritiker gibts trotzdem.

Das WLAN in den Schulen soll flächendeckend sein. So sieht es das Projekt der Stadt Bern vor. Klassenzimmer, Aula, Gruppenraum, Kindergarten: Überall soll künftig ein so genannter Acces Point an der Decke hängen. Rund 1100 solcher Zugangsgeräte werden installiert. Kostenpunkt: Eine Million Franken. Hinzu kommen Betriebskosten von 100'000 Franken pro Jahr.

Elektronisches Gerät an eine Wand montiert.
Legende: Solche Acces Points gibts künftig in allen Berner Schulräumen. Urs Gilgen/SRF

Der Berner Stadtrat hat dieses Projekt am Donnerstag abgesegnet und den Kredit angenommen. Bei der Umsetzung des Lehrplans 21 nähmen digitale Medien eine wichtige Rolle ein, begründete der Gemeinderat den Kreditantrag. Für das elektronisch unterstützte Lernen sei ein leistungsstarker drahtloser Internetzugang unabdingbar.

Ich finde flächendeckendes WLAN in den Schulen verantwortungslos.
Autor: Bruno MinderVater und Elternrat

Doch es gibt Kritiker. Zum Beispiel Bruno Minder, Vater eines 8-jährigen Schülers. Um dessen Gesundheit macht sich Bruno Minder Sorgen: «Was die Stadt hier macht, ist verantwortungslos», sagt er. Es sei nicht vollständig abgeklärt, was die elektromagnetische Strahlung für Auswirkungen habe. Existierende Belege würden zudem beiseite geschoben oder verharmlost, so Minder.

Post ohne Folgen

Er hat bereits mehrere Briefe geschrieben, an die Schule seines Sohnes, an das Schulamt und an das Amt für Umweltschutz. Man verstehe ihn, habe es geheissen, aber passiert sei nichts.

Man nehme die Sorgen der Eltern ernst, sagt Jörg Moor, der stellvertretende Leiter des Berner Schulamts: «Wir haben sehr viele Abklärungen gemacht, um auf die – berechtigten – Bedenken der Eltern einzugehen.»

Wir haben im Vorfeld sehr viele Abklärungen gemacht.
Autor: Jörg MoorStv. Leiter Berner Schulamt

Im jetzigen Projekt würden zwar viele Zugangsgeräte installiert, aber dafür schwächere. Auch werde die Distanz zu den Kindern möglichst gross gehalten. Die Geräte werden also an der Decke montiert. Schliesslich seien die Geräte auch abschaltbar, das sei eine wichtige Forderung gewesen. Jörg Moor nimmt an, dass die Gerate während rund 15 Prozent der Schulzeit benutzt werden und sonst ausgeschaltet bleiben.

Nicht überall ohne Widerstand

Mehrere Städte in der Schweiz haben bereits flächendeckendes WLAN in den Schulhäusern. Reibungslos ging die Einführung nicht überall. In der Stadt Zürich zum Beispiel haben sich Eltern zusammengeschlossen, um gegen die WLAN-Strahlung zu protestieren. Ihr Hauptkritikpunkt war, dass sich die Zugangsgeräte nicht abschalten liessen. Über 500 Eltern hatten 2016 eine Petition eingereich, für abschaltbare Acces Points. Die Stadtregierung argumentierte aber, dass das Abschalten die Strahlung gar erhöhe, weil die mobilen Geräte dann weiter entfernte Zugangspunkte suchten.

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