Duell um freien Staatsratssitz in Freiburg

Erziehungsdirektorin Isabelle Chassot geht. Kann Jean-Pierre Siggen den CVP Sitz verteidigen? Oder kippt die Freiburger Kantonsregierung mit Jean-François Steiert (SP) erstmals nach links?

Porträt

Bildlegende: Jean-Pierre Siggen und Jean-François Steiert nach dem ersten Wahltag Mitte September. Keystone

Nach dem ersten Wahlgang Mitte September lagen Jean-Pierre Siggen (CVP) und Jean-François Steiert (SP) Kopf an Kopf beieinander. Jean-Pierre Siggen erhielt 34‘983 Stimmen. Das waren bloss 478 Stimmen mehr als Jean-François Steiert. Und dies, obwohl der CVP Kandidat mit der bürgerlichen Allianz (CVP, FDP, SVP) ein viel grösseres Wählerpotential im Rücken hat.

Es ist wahrscheinlich, dass der Nachfolger von Erziehungsdirektorin Isabelle Chassot gleich ihr Amt übernimmt. Siggen will bei den Schulen unbedingt am Religionsunterricht festhalten und in wenn möglich ausbauen.

«Dank des Religionsunterrichts kann die Persönlichkeit gestärkt werden.» Steiert will sich vermehrt für Krippenplätze einsetzten. «Kinder lernen so eine andere Welt kennen – das ist wichtig.»

Zankapfel im Kanton Freiburg ist derzeit die Spitalplanung. So soll das Spital in Tafers künftig kein Akutspital mehr sein. In Deutschfreiburg gäbe es somit kein Akutspital mehr. Für Jean-François Steiert ist klar, dass auch in Zukunft ein deutschsprachiger Patient von deutschsprachigen Ärzten und Pflegepersonal betreut werden muss.

Siggen ist dagegen klar für eine Zentralisierung – und damit für das Ende des Akutspitals in Tafers. «Nur so kann die Qualität gesichert werden.» Der zweite Wahlgang wird am 13. Oktober stattfinden.