Ecclestone muss seine Ausgaben erst im nächsten Jahr offenlegen

Der Vergleich von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone sorgt für Wirbel. Offen ist, ob Ecclestones Vergleich in Deutschland auch steuerliche Folgen für den Wahlgstaader hat. Wäre dem so, müsste er rund 38 Millionen Franken Steuern bezahlen. Jetzt klärt die bernische Steuerverwaltung den Fall ab.

Ein Mann mit Brille.

Bildlegende: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone muss auch als mutmasslicher Pauschalbesteuerter nächstes Jahr seine Ausgaben offenlegen. Keystone

Ecclestone gehört mutmasslich zu den rund 200 Ausländerinnen und Ausländern im Kanton Bern, die Pauschalsteuern zahlen. Der «SonntagsBlick» warf am Wochenende die Frage auf, ob der millionenschwere Vergleich des Formel-1-Chefs bei den Lebenshaltungskosten zur Ermittlung der Steuern mitberücksichtigt werden müsste. Sei dies nicht der Fall, entgehe dem finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Kanton Bern viel Geld.

Wie viel entgehen würde, ist nun klar: Aus einem steuerbaren Einkommen von 95 Millionen Franken, so hoch ist der von Ecclestone geleistete Vergleich, würden rund 38 Millionen Franken an Kantons-, Gemeinde- und Bundessteuern resultieren, wie aus einer Mitteilung der bernischen Finanzdirektion vom Montag hervorgeht.

Sie bekräftigte am Montag, dass der Lebensaufwand von pauschalbesteuerten Personen tatsächlich im Voraus geschätzt werde. Doch auch «Pauschalierte» reichten jedes Jahr im Nachhinein eine Steuererklärung ein. Diese enthalte unter anderem die für eine Kontrollrechnung relevanten Angaben.

Ob ein Vergleich, wie ihn Ecclestone in Deutschland zahlte, zum Lebensaufwand zählt, werde im konkreten Veranlagungsfall geklärt. Die Veranlagung für das Steuerjahr 2014 erfolge auch für die «Pauschalierten» im Verlauf des Jahres 2015.

Steuergeheimnis soll Geheimnis bleiben

Ob Ecclestones Vergleichszahlung tatsächlich steuerlich relevant wird oder nicht, dürfte die Öffentlichkeit aber kaum direkt erfahren. Das Steuergeheimnis verbietet Angaben zur Veranlagung einzelner Personen.

Der Formel-1-Chef stand Anfang Jahr unter anderem wegen des Vorwurfs der Bestechung in München vor Gericht. Das Verfahren wurde eingestellt und Ecclestone offiziell unschuldig gesprochen. Ein Gerichtsverfahren gegen Auflage einzustellen ist in Deutschland nichts Besonderes.