Ahnenforschung digital «Ein bisschen Detektiv muss man sein»

Wer seine Wurzeln erforschen will, braucht im Kanton Bern nicht mehr ins Archiv zu steigen. Die Kirchenrodel sind seit kurzem online zugänglich. Das vereinfacht die Suche nach Vorfahren. Doch Hürden bleiben. Die Schrift zum Beispiel, aber nicht nur.

Ahnenforscherin Therese Metzger in ihrem Büro. Auf dem Bildschirm eine Seite aus einem Taufrodel

Bildlegende: Therese Metzger hat keine Mühe mit der alten Schrift Brigitte Mader/SRF

Therese Metzger kennt sich aus mit den Kirchenrodeln. Seit bald 30 Jahren blättert die Ahnenforscherin darin. Sie sagt: «Die alte deutsche Kurrentschrift ist nicht einfach zu entziffern.»

Aber das ist nicht die einzige Schwierigkeit. Denn vor 1800 seien in den Kirchenrodeln viele Namen ohne Detail aufgeführt – ohne Alter zum Beispiel und ohne Angaben zum Zivilstand. «Da steht man am Berg, wenn etwa mehrere Hans Meier in Frage kommen.» Da brauche es etwas Detektiv-Gespür.

«  Früher kannte man seine Wurzeln noch. »

Therese Metzger
Ahnenforscherin

Die 71-jährige Therese Metzger hat mit ihrer eigenen Familiengeschichte angefangen. Nun forscht sie professionell nach Vorfahren – auf Auftrag.

Viele Amerikaner hätten zuerst nachgefragt, heute immer mehr auch Schweizer. «Früher im Dorf hat man seine Wurzeln noch gekannt.» Heute sei das halt anders. Wer Ahnenforschung betreibt, braucht Zeit und Geduld. Auf die Schnelle findet man keine Resultate.