Premiere Junges Visper Theater Ein Faible für schwierige Themen

Im neuen Stück der Oberwalliser Jugendbühne geht es um sexuelle Gewalt unter Jugendlichen. Das Ensemble hat keine Angst vor ernsten Themen.

Drei Menschen stehen auf einer Bühne.

Bildlegende: Der Regisseur Johannes Millius (Mitte) mit den Schauspielern Sandro Werlen und Sanne Gruber. Priska Dellberg/SRF

Im letzten Jahr thematisierte das einzige Theaterensemble in der Region, das explizit nur Jugendlichen offen steht, Selbstmord unter Jugendlichen. In der neuen Produktion «Die Schaukel» von Edna Mayza geht es um sexuelle Gewalt.

«  Vielleicht ist es typisch für meine Generation, dass wir harten Themen gegenüber offener sind. »

Johannes Millius
Theaterregisseur

Warum die jungen Walliser Theaterschaffenden mehr von solchen Themen angesprochen werden als von Komödien, kann sich der 27-jährige Regisseur Johannes Millius auch nicht so recht erklären.

Ihn würden reelle Probleme mehr ansprechen als leichter Stoff, sagt der junge Oberwalliser.

Für das Ensemble ist sei es wichtig, Themen zu bearbeiten, die «mitten aus dem Leben» gegriffen sind.

Und sexuelle Gewalt unter Jugendlichen sei auch im Oberwallis traurige Realität. Das «Junge Visper Theater» möchte, dass sich die Zuschauer dem bewusst werden. Auf den schwierigen Stoff haben sich die Schauspieler, die alle um die 20 Jahre alt sind, gezielt vorbereitet. Der Regisseur vertiefte sich in Fachliteratur und sprach mit einer Psychologin und einem Juristen.

Zu den Theateraufführungen organisiert das Ensemble am Samstag in Brig eine Podiumsdiskussion mit Fachleuten aus Sozialbereich und Justiz.

«Die Schaukel»

Das Stück handelt von einem 15-jährigen Mädchen, dass auf einem Spielplatz auf gleichaltrige Jungs trifft. Zuerst nehmen harmlose Spielchen ihren Lauf. Doch die Provokationen enden in einer Tragödie. Das Mächen wird vergewaltigt. Das Stück spielt auf zwei Ebenen: Auf dem Spielplatz und im Gerichtssaal, in dem das Opfer wieder auf die Täter trifft.