Pelz- und Fellmarkt Thun «Ein Fell verarbeiten ist besser als es wegwerfen»

Fred Bohren, OK-Präsident des Pelz- und Fellmarktes Thun, gibt sein Amt nach 17 Jahren ab. Er ist gegen Pelze von Farmen aus dem Ausland. Das verarbeiten der Felle der geschossenen einheimischen Tiere findet er aber sinnvoll.

Zum Pelz- und Fellmarkt in Thun gehört nicht nur, dass die Jäger die Pelze und Felle ihrer erlegten Tiere verkaufen, sondern auch eine Trophäenausstellung. Dort werden Preise vergeben, die Ausstellung dient aber auch Ausbildungszwecken.

Eine Wand mit Hirschgeweihen und Präparaten.

Bildlegende: An der Trophäenausstellung studieren die angehenden Jägerinnen und Jäger die Präparate. Christine Widmer/SRF

Angehende Jägerinnen und Jäger, die sich in der kantonalen Ausbildung befinden, lernen dort zum Beispiel, welche einheimischen Tiere geschossen werden dürfen und wie man ihr Alter und Geschlecht bestimmt.

Steinbock-Präparate.

Bildlegende: Beim Steinwild werden keine Preise vergeben, weil diese nur zu Regulationszwecken geschossen werden dürfen. Christine Widmer/SRF

Für die angehenden Jäger ist der Pelz- und Fellmarkt und die Trophäenausstellung wichtig. «Es ist eine schöne Tradition und ich lerne hier viel», sagt ein junger Mann. Und eine junge Frau ergänzt, ihr sei es wichtig, dass alles klar deklariert und legal sei. «Dann ist es doch auch etwas Schönes, ein Fell zu sehen und anzufassen.»

Zum letzten Mal dabei war dieses Jahr OK-Präsident Fred Bohren. Nach 17 Jahren gibt er sein Amt ab. «Neue Ideen sind gefragt, zum Beispiel was die Örtlichkeiten anbelangt», sagt Bohren. Der Platz in der Thuner Innenstadt werde immer knapper.

Porträt von Fred Bohren.

Bildlegende: Fred Bohren hat auch als abtretender OK-Präsident den Wunsch, dass der Pelz- und Fellmarkt in Thun weiter besteht. Christine Widmer/SRF

Immer wieder gab es in den letzten Jahren Demonstrationen gegen den Pelz- und Fellmarkt. Fred Bohren kann die Kritik verstehen. «Auch ich bin gegen Pelze von Farmen aus dem Ausland. Aber es ist besser, ein einheimisches Naturprodukt auf sinnvolle Art zu verwenden, als es in einen Container zu werfen.» Schliesslich hätten die Jäger auch einen gesetzlichen Auftrag, die Zahl der Wildtiere zu regulieren.

Auch wenn Fred Bohren nicht mehr OK-Präsident ist, bleibt er passionierter Jäger und hofft, dass der Pelz- und Fellmarkt weiter durchgeführt wird. «Es ist der einzige Anlass im Kanton Bern, an dem wir auf eine positive Art auf uns Jäger aufmerksam machen können.»