Bergbahnen in Gstaad Ein letztes Aufbäumen für das Rellerli

Die Bergbahnen Gstaad haben dem Milliardär Ernesto Bertarelli das Rellerli verkauft, um sich so vor dem Konkurs zu retten. Die Bahn soll nun abgestellt werden. Dagegen regt sich neuer Widerstand.

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Streit um «Rellerli»-Bergbahn

4:15 min, aus Schweiz aktuell vom 16.3.2017

Der ehemalige Skirennfahrer Mike von Grünigen ist das prominente Aushängeschild der Bewegung. Diesen Freitag gründet er zusammen mit anderen den Verein «Freunde des Rellerli». Er hat am Rellerli das Skifahren gelernt und hat deshalb eine emotionale Bindung zu dem Berg.

10 Millionen für das Rellerli

Seine Hoffnung: «Die Bergbahnen und Bertarelli sollen sich nochmals an einen Tisch setzen und zusammen eine Lösung suchen.

Für die Bahnen und für Bertarelli scheint der Fall aber klar: Die Bahn auf das Rellerli wird Ende 2018 abgestellt. Die Konzession läuft dann aus und die Bahnen wollen das Rellerli nicht weiter betreiben, weil es nicht rentiere.

«  Es hat eindeutig zu viele Bahnen im Saanenland. »

Heinz Brand
Gstaader Bergbahnen

«Es hat eindeutig zu viele Bahnen im Saanenland. Wir sind mit 50 Bahnen zu gross für unser Einzugsgebiet», sagt der Verwaltungsratspräsident der Gstaader Bergbahnen Heinz Brand. «Wir wollen klein aber fein sein.»

Bertarelli hat letztes Jahr 5 Millionen in die Gstaader Bergbahnen investiert, als diese kurz vor dem Konkurs standen. Weitere 10 Millionen folgen im 2018 für das Rellerli.

Streitkultur gefährlich für Tourismus

Man ist sich also nicht einig in Gstaad. Das könnte kritisch werden, sagt der Tourismus-Experte. «Die Gefahr besteht, dass eine Streitkultur entsteht, eine gehässigte Stimmung und das ist nicht gut für den Tourismus», erklärt Urs Wagenseil. Er empfiehlt beiden Parteien, sich noch einmal zusammen zu setzen und transparent zu kommunizieren.

(Schweiz aktuell, 19 Uhr)