Ein liebevoller Blick auf die Schweizer Mundart

Von A wie «aamächelig» bis Z wie «Zweihänder» hat der pensionierte Jurist Wulf von Kries schweizerdeutsche Wörter und helvetische Sprachbesonderheiten zusammengetragen. Entstanden ist das Werk eines in Bern lebenden Deutschen, der sich von seiner Neugier leiten liess.

Porträt von Wulf von Kries.

Bildlegende: Der pensionierte Jurist Wulf von Kries ist ein Liebhaber der Mundart. SRF

Die Frage «Verstehen Sie Mundart, oder soll ich Hochdeutsch sprechen?» hört Wulf von Kries immer noch häufig. Früher war der gebürtige Westfale froh, wenn die Leute in die Schriftsprache gewechselt haben. Unterdessen sei dies aber nicht mehr nötig. «Ich verstehe 95 Prozent der berndeutschen Ausdrücke», sagt Wulf von Kries im Gespräch mit Radio SRF.

Die Liebe hat den pensionierten Juristen in die Schweiz gebracht. Wulf von Kries hat eine Bernerin geheiratet und lebt nun seit 12 Jahren in Zollikofen. Er sei beruflich immer wieder in anderen Ländern tätig gewesen. «Und mein Ziel war es immer, die Leute zu verstehen.» Dies sei auch in Bern nicht anders gewesen.

Aus dieser Liebhaberei zur Sprache ist nun das Mundart-Lexikon «Luege, Lose, Lauere» entstanden. Er habe sich von seiner Neugier leiten lassen, sagt Wulf von Kries weiter. «Ich habe die Wörter sehr subjektiv ausgewählt.» Abgesehen von Ausdrücken wie «bodige» oder «grüble» erklärt er in seinem 100-seitigen Werk auch typisch schweizerische Ausdrücke wie «Milizsystem» oder «Nachtessen».

Sein Buch hat er «vor allem für mich selbst» geschrieben. Aber er empfiehlt es auch seinen Landsleuten zur Lektüre. Es könne allenfalls zum Verständnis der hiesigen Sitten beitragen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)