Einst lebte Freiburg von der Strohindustrie

Im 19. Jahrhundert arbeitete fast jeder zweite Freiburger Industriearbeiter in der Strohverarbeitung. Das Strohatelier Sense Oberland in Rechthalten hält diese alte Tradition aufrecht. Seine Strohhüte sind in der ganzen Schweiz und im Ausland bekannt.

Das Strohatelier Sense Oberland im freiburgischen Rechthalten hat 127 verschiedene Trachtenhüte aus Stroh im Angebot. Einer kostet zwischen 200 und 1000 Franken. Es steckt viel Handarbeit darin. Der Hut wird zuerst genäht. «Dann wird er mit Gelatine bestrichen», erklärt Danuta Mülhauser, die Ateliersleiterin. Denn sonst würde der Strohhut seine Form nicht behalten.

Alte Industrie

Im 19. Jahrhundert hatte die Strohindustrie ihre Blütezeit. Vor allem im Kanton Aargau, aber auch in Freiburg. Es gab tausende von Heimarbeiterinnen. Das Jahreseinkommen alleine für den Sensebezirk betrug jährlich 600‘000 Franken. Eine Arbeiterin erhielt pro Tag rund einen Franken. Im Sensebezirk wurde «gedrehtlet», also Strohbänder hergestellt. «Diese wurden im Aargau zu Spitzen verarbeitet», sagt Danuta Mülhauser.