Zum Inhalt springen

Bern Freiburg Wallis «Energiewende kommt trotzdem»

Strom und Energie für Heizungen und Warmwasser müssen bis 2050 nicht zwingend aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Das hat das Stimmvolk entschieden. Die Verlierer hoffen weiter.

Legende: Audio Erklärungen zum deutlichen Nein zu «Bern erneuerbar» (Christian Liechti, 03.03.2013) abspielen.
2:39 min

Die Initiative der Grünen Partei wurde mit 65,3 Prozent deutlich abgelehnt. Knapp wurde es beim Gegenentwurf: 51,4 Prozent stimmten dagegen. Gut 8000 Stimmen gaben den Ausschlag.

Die SVP und Hauseigentümer lehnten Initiative und Gegenvorschlag ab. Peter Brand führte das Gegnerkomitee an. Der Präsident des bernischen Hauseigentümerverbandes zeigte sich kurz nach Bekanntgabe des Resultats erleichtert: «Das Volk will bei Energiefragen keinen Zwang.»

Im Vorfeld argumentierten die Gegner, dass die rasche Umstellung auf erneuerbare Energien grosse Kosten für Hauseigentümer und Mieter verursachen würde. Blaise Kropf, Präsident der Grünen Partei und Befürworter der Initiative, bezeichnet diese Argumente als «Angstpropaganda». Die habe offenbar gewirkt.

Der Verlierer versucht das Ergebnis positiv zu interpretieren. «Immerhin steht fast die Hälfte der Bevölkerung hinter einer Energiewende.» Blaise Kropf ist deshalb überzeugt, dass die Energiewende auch ohne Initiative stattfinden wird. «Bis 2050 wird die Energieversorgung im Kanton Bern gänzlich aus erneuerbaren Energien bestehen», so die Prognose von Blaise Kropf.

Verpasste Chance?

Regierungsrätin Barbara Egger ist enttäuscht. «Der Kanton Bern hat eine grosse Chance verpasst.» Unternehmen der Cleantech-Branche im Kanton Bern hätten davon profitieren können, wenn Bern als erster Kanton die Energiewende in der Verfassung festgeschrieben hätte.

Ob Initiative oder Gegenentwurf des Kantonsparlaments: Beide hatten das gleiche Ziel. Bis in gut 35 Jahren sollte Strom nur noch aus erneuerbarer Energie gewonnen werden. Für das Heizen und für Warmwasser sollte im Kanton Bern auf Gas und Öl verzichtet werden. Die Initiative setzte dafür zeitlich genaue Zwischenziele, der Gegenvorschlag war flexibler gefasst.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von J.Sand, Zürich
    Klar, natürlich ist damit nicht die Energiewende gemeint. Es waren ja nur die Hauseigentümer und die SVPler die dagegen waren. Zum Glück machen die zwei deutlich mehr als die Hälfte aus und haben sonst nichts zu sagen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marianne R., Gwatt
    Die Energiewende haben wir schon lange eingeläutet. Die wird so oder so Wirklichkeit werden. Wir brauchen im Kanton Bern nicht noch mehr Zwang. Gebt den Leuten endlich gute und ehrliche Chancen wenn sie erneuerbare Energie brauchen wollen. Einfach einmal ganz "einfache", das versteht heute anscheinend kaum mehr jemand. Es gibt ein Buch "Simple isn't easy". Wir dürfen auch nicht unsere Naturlandschaften verschandeln damit man Energie ins Ausland verkaufen kann.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Willi Zimmermann, Berner Oberland
    Natürlich wird die Energiewende gelingen, lieber Herr Kropf, auch ohne Zwang und Bürokratie, deshalb war die Initiative völlig unnötig. Die Zielerreichung wird aber nicht das Verdienst der Ungeduldigen sein, sondern der Entwicklung effizienter Technik und der Bereitschaft aller, diese zeitgerecht ohne Zwang einzusetzen. Kluge Köpfe haben schon Wärmepumpen und Solaranlagen eingebaut, lange bevor die Energiewende ein Thema war. Sie sollten den Bürgern mehr zutrauen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen