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Kunstkeller Bern «Es ist ein guter Zeitpunkt zum Aufhören»

Legende: Video Der Kunstkeller in Bern schliesst (1.5.2017) abspielen. Laufzeit 1:08 Minuten.
Vom 01.05.2017.

Die Galeristin Dorothe Freiburghaus hat den Kunstkeller 1970 eröffnet. Nun, nach 47 Jahren, schliesst sie die Türen. Am 10. Juni ist Finissage und die Bilder werden abgehängt.

Dorothe Freiburghaus vor einem Bild.
Legende: Dorothe Freiburghaus bereut ihren Entscheid nicht. Sie hat viele Ideen für die Zeit nach der Schliessung der Galerie. SRF

Die 73-Jährige hat unter anderem die Berner Kulturagenda und den Verein Berner Galerien gegründet und das Berner Galerienwochenende ins Leben gerufen. In ihrem Kunstkeller an der Gerechtigkeitsgasse stellte sie immer wieder Künstler aus, die später in Museen zu sehen waren.

Dorothe Freiburghaus machte sich immer stark für einen Zusammenarbeit der Galerien und der grossen Museen.

Auswahl der Künstler

  • «Ein Künstler hat eine Aufgabe in unserer Gesellschaft, er schaut vorwärts, was sollte man ändern, das hat mich immer interessiert. Und ich habe mir immer Künstler ausgesucht, die dies entsprechend handhaben.»

Kunst und Politik

  • «Kunst und politische Aussage lassen sich für mich nicht trennen. Für mich macht ein Künstler etwas, das Sinn hat. Gute Kunst ist für mich immer mit einem Engagement verbunden.»

Der Abschied

  • «Der Abschied ist schon präsent. Ich weiss, es ist die letzte Ausstellung, und alles was ich mache, mache ich zum letzten Mal. Das Gefühl kommt wohl aber erst, wenn es soweit ist, wenn ich dann keine Ausstellung mehr vorbereiten muss.»

Der richtige Zeitpunkt

  • «Erst wollte ich einfach weniger Ausstellungen machen und hinter den Kulissen etwas aufräumen. Aber dann stellte ich fest, dass ich jetzt freiwillig entscheiden kann. Ich möchte nicht, dass mir jemand sagen muss, es wäre jetzt an der Zeit zu gehen.»

Die Zeit danach

  • «Ich habe viele Ideen. Die Familie ist mir wichtig, ich möchte Geschichten, die in der Galerie passiert sind festhalten und ich möchte andere Ausstellungen besuchen. Ob mir die Galerie fehlen wird, das werde ich sehen.»

Dorothe Freiburghaus hofft, dass im Kunstkeller an der Gerechtigkeitsgasse auch nach dem 10. Juni Kunst zu sehen ist. Das ist aber noch unklar.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Dass die Kunst und die Politik immer zusammen gehören, sehen längst nicht alle Bürger(innen) im Land so, Frau Freiburghaus! Leider glauben praktisch alle "Künstler" (und Intellektuelle), es gäbe nur eine politische Richtung und Wahrheit, nämlich eine "linke"! Noch nie hat ein Maler, Schauspieler oder Poet eine andere politische Ansicht für eine seriöse und "anständige" Manifestation benützt, sondern höchstens als völlige Schlechtmacherei oder reine Verunglimpfung dargestellt! (zB. die SVP!)
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