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Bern Freiburg Wallis «Es wäre ein Fehler, Dankbarkeit zu erwarten»

Eine Wohngemeinschaft von Berner Rentnern nahm eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien bei sich auf. Nun lassen sie ihre menschliche Tat Revue passieren. An die Adresse zukünftiger Flüchtlings-Beherberger sagen sie, was es für diese Aufgabe braucht: Viel Geduld und wenig Erwartungen.

Senioren-Wohngemeinschaft in Bern trifft sich zum Gespräch am offenen Varandafenster.
Legende: Senioren-Wohngemeinschaft in Bern: sie haben Flüchtlinge bei sich aufgenommen. Michael Sahli/SRF

Die Anfrage kam aufgrund privater Kontakte zustande. Eine Senioren-Wohngemeinschaft in Bern packte die Chance. Eine syrische Flüchtlingsfamilie auf dem Weg zu deren Verwandten in der Schweiz fand Anfang 2014 in der Rentner-WG ein vorübergehendes Obdach. Die Erfahrungen der Senioren sind gemischt.

Die Zurückhaltung, welche die Gastgeber bei ihren Gästen feststellten, löste sich nie ganz auf. Deren Flucht-Schicksal begann die Schweizer zu beschäftigen. Sie suchten nach Mittel und Wege, um den Flüchtlingen den Aufenthalt erträglicher zu machen.

Man sei den Flüchtlingen gegenüber etwas hilflos gewesen, sagen die Senioren im Gespräch. Die traurige Stimmung der traumatisierten Gästen habe sich belastend auf die Wohnsituation unter dem gemeinsamen Dach ausgewirkt.

Das Fazit: Es wäre ein Fehler, Dankbarkeit zu erwarten, sagen die Gastgeber rückblickend. Und man dürfe die Reaktionen der Flüchtlinge nicht persönlich nehmen. Und alle würden sich rückblickend eine Begleitung von Fachpersonen wünschen, um auf die bedrückende Situation im gleichen Haushalt besser reagieren zu können.

Private Unterbringung von Flüchtlingen bald möglich

Anfang diese Woche bestätigte das Amt für Migration des Kantons Bern auf Anfrage von Radio SRF, dass es die «Unterbringung bei Dritten» von Asylsuchenden bewilligt hat. Solche Unterkünfte bei Privaten organisiert die Schweizerische Flüchtlingshilfe. Wie Projektleiter Stefan Frey gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» sagte, wolle man das jetzt rasch umsetzen und ab Mai versuchsweise Asylsuchende bei Privatpersonen unterbringen. Platz zu finden sei kein Problem: Man habe bereits rund 50 Angebote.

Pionierkanton in der Schweiz ist die Waadt. Dort dürfen seit März Asylsuchende privat untergebracht werden.

(Regional-Diagonal, 12:03 Uhr)

3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Von uns, im angekommenen Land, wird und muss unsererseits ALLES gemacht werden, damit es den Flüchtlingen gut geht (Unterkunft, medizinische Versorgung, Zimmer-Ifrastrukur bis hin zu Inegrationshilfen). Dankbarkeit, den Aufnehmer-Familien oder Senioren-Gruppen) gegnüber zu erwarten, wäre ein Fehler!!!! Ja, liebe Gutmenschen, die die GANZE WELT einmarschieren möchten, wundert Euch nicht, wenn unserem Asyl(un)wesen gegenüber eine immer grössere Opposition entgegen weht!
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  • Kommentar von Peter Escher, Leuk - Stadt
    " ..Die Zurückhaltung, welche die Gastgeber bei ihren Gästen feststellten, löste sich nie ganz auf.." - oder das Verhalten bei der Gewissheit, dass sie eben doch nicht im Paradis angekommen sind ..
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  • Kommentar von R.Gisler, Brunnen
    Was heisst Privatunterbringung,wer bezahlt dann für die Flüchtlinge ? Wo kann man sich da erkundigen? Wäre ev.ein guter Zustupf zum Haushaltbudget,ist dies überhaupt durchdachten abgeklärt ?
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