Externer Experte untersucht Vorwürfe gegen Marti-Gruppe

Ein externer Experte soll die Vorwürfe abklären, die SP-Grossrat Roland Näf in Zusammenhang mit einem Steuer-Ruling für den Marti-Konzern erhoben hat. Das gab die bernische Finanzdirektion am Mittwoch bekannt.

Grosse Baustelle.

Bildlegende: Die Vorwürfe gegen das Bauunternehmen Marti werden nun extern untersucht. Keystone

Der Berner SP-Grossrat Roland Näf hatte am Montag in der Berner Zeitung Vorwürfe erhoben, die auf eine unzulässige Nähe der Steuerverwaltung zu einzelnen Unternehmen schliessen lassen können. «Ich halte es wie im Fall der Ammann-Gruppe und will so schwerwiegende Vorwürfe von einem Externen abklären lassen», sagte Finanzdirektorin Simon auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Mit dem Fall betraut wurde Jürgen Brönnimann, Rechtsanwalt in Bern und Honorarprofessor an der Universität Bern. Die Ergebnisse seiner Untersuchung sollen im Herbst vorliegen.

Untersuchungen laufen aber auch auf anderen Ebenen: Die Berner Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte eröffnete ein Verfahren wegen Verdachts auf Steuerbetrug. Christof Scheurer, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft, bestätigte einen Bericht der Berner Zeitung. Allerdings sei das Verfahren gleich nach der Eröffnung sistiert worden.

Denn auch auf Bundesebene werde ermittelt. Laut Scheurer hat die Eidgenössische Steuerverwaltung den Baukonzern wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung im Visier.

Die Marti-Gruppe wollte am Mittwoch zu dem Thema keine Stellung nehmen, wie es am Sitz des Unternehmens in Moosseedorf hiess.