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Bern ist nicht Zürich oder Basel – und das hat seine Gründe
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 14.01.2020.
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Fehlende Wolkenkratzer Weshalb Bern keine richtig hohen Hochhäuser baut

Im Vergleich mit dem Rest der Schweiz sind die in Bern geplanten Hochhäuser ziemlich klein. Wieso ist das so?

Lange war das Berner Münster unangefochten das höchste Gebäude in und rund um Bern. Mit etwas über 100 Metern Höhe ist es in der Stadt Bern von fast überall her zu sehen. Konkurrenz gab es bisher es kaum, auch nicht in der Agglomeration.

Bald muss das Münster allerdings seinen Platz als höchstes Gebäude abgeben: In Ausserholligen, einem Quartier im Westen Berns, baut das Energieunternehmen EWB zusammen mit dem Bahnunternehmen BLS ein Hochhaus, das das Münster überragen wird – um knapp zehn Meter. Und auch in Ostermundigen im Osten von Bern entsteht ein neues Hochhaus.

Das ungeschriebene Gesetz, wonach in der Stadt Bern nicht höher gebaut werden darf als das Münster, wird also gebrochen. Im Vergleich mit anderen Schweizer Städten sind die geplanten Hochhäuser in der Region Bern jedoch immer noch sehr bescheiden.

Die Gründe

Ist man in Bern schlicht nicht mutig genug, um ganz gross zu denken? «Ich glaube, das hat nichts mit Mut zu tun», sagt Werner Huber, Architekturexperte des Branchenmagazins «Hochparterre». Die Situation sei in den anderen Städten schlichtweg anders.

Es kommt darauf an, wer baut.
Autor: Werner HuberArchitekturexperte

«In Basel ist die chemische Industrie sehr bedeutend für die Wirtschaft und braucht entsprechend Büroflächen», so Huber. Die gebauten und geplanten Hochhäuser in Basel seien folglich kein städtebaulicher, sondern ein wirtschaftlicher Entscheid von privaten Investoren.

In der Verwaltungsstadt Bern sei die Wirtschaft weniger präsent. «Ich kann mir vorstellen, dass es für die Bundesverwaltung schwierig ist, ein Hochhaus zu bauen», so Werner Huber. Das könnte als Machtsymbol missverstanden werden. Die Berner Zurückhaltung sei also kein Zufall.

Ein Gebäude muss sich in die Landschaft einfügen.
Autor: Andrea SchemmelStädtebau-Architektin

Auch für Andrea Schemmel, Städtebau-Architektin und Projektleiterin bei der Regionalkonferenz Bern-Mittelland, ist es keine Frage des Mutes. Sie erklärt es so: Aus städtebaulicher Sicht sei ein Hochhaus schlicht nicht immer die Lösung, auch nicht wenn es ums Verdichten gehe. Ein Hochhaus müsse immer auch am richtigen Ort stehen, die Allgemeinheit müsse etwas davon haben.

Zudem brauche es bei einem Hochhaus ab einer bestimmten Höhe eine «zweite Erschliessung», also zwei Treppenhäuser oder zwei Lifte. Das sei teuer und schrecke viele Investorinnen und Investoren ab, so Schemmel.

Wird das Münster künftig öfters übertroffen?

Die neuen Berner Hochhäuser befinden grösstenteils in der Agglomeration. Das heisst, sie sind distanzmässig weit vom bisherigen Rekordhalter, dem Berner Münster, entfernt. Auch das habe seinen Grund: «Der Standort spielt eine Rolle, viel mehr als die Höhe selbst», so Werner Huber.

«Die Silhouette der Stadt wird durch ein Hochhaus in Ostermundigen nicht entscheidend beeinflusst.» Deshalb sei es einfacher, in der Agglomeration in die Höhe zu bauen, als mitten in der Stadt.

Seit zwei Jahren merke man, dass Hochhäuser – vor allem in der Stadt Bern – ein Thema sind, so Andrea Schemmel. «Die Resultate sehen wir in den nächsten zehn Jahren». Aber die Hochhäuser in Basel oder Zürich würden wohl nicht übertroffen, das sei aber auch kein Problem.

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