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Bern Freiburg Wallis Feurer will in der Bieler Stadtregierung bleiben

Nachdem bekannt wurde, dass der Bieler Sozialdirektor Beat Feurer den Untersuchungsbericht zu seiner Direktion unerlaubterweise weitergegeben hat, ist das Klima im Gemeinderat sehr schlecht. Nun hat der angeschuldigte Beat Feurer seine Handlungen erklärt. Ein Rücktritt komme nicht in Frage.

Beat Feurer spricht in zwei Mikrofone.
Legende: «Ich lasse mich nicht aus dem Amt drängen»: Beat Feurer. SRF

Die Situation ist äusserst verfahren. Beat Feurer, SVP-Mann und Sozialdirektor der Stadt Biel, musste in den letzten Monaten viel Kritik einstecken. Seine Führungsleistung sei ungenügend, hiess es. Es kam zum öffentlichen Zerwürfnis mit einer Chefbeamtin. Dazu gesellten sich weitere Geschichten.

Das Amtsgeheimnis verletzt

So habe er seinen Ex-Lebenspartner zur beschleunigten Einbürgerung vorgeschlagen, obwohl er gewusst hatte, dass dafür eine stabile Partnerschaft von Nöten wäre.

Dann das: Die Verhältnisse in seiner Direktion wurden von Alt-Regierungsrat Andreas Hubacher untersucht und in einem Bericht zusammengefasst. Dessen Inhalt gelangte teilweise an die Medien, ohne dass der Bericht veröffentlicht geworden wäre. Der ganze Gemeinderat – von dem Feurer selbst Teil ist – erstattete daraufhin Anzeige gegen Unbekannt wegen Amtsgeheimnisverletzung. Nur: Feurer soll den Bericht selbst herumgereicht haben.

Vertrauen ist weg

Im Kollegium herrscht dicke Luft. Stadtpräsident Erich Fehr ist sauer: «Es ist ganz klar, dass Dokumente, die der Gemeinderat noch nicht behandelt hat, nicht mit aussenstehenden Personen diskutiert werden dürfen.» Die Situation sei höchst schwierig, das Vertrauen weg. «Es braucht viel, um diesen Vertrauensverlust wettzumachen. Im Moment kann ich noch nicht sagen, was Beat Feurer tun muss, um unser Vertrauen wiederzuerlangen. Beat Feurer hat das Kollegium in die Irre geführt.»

Feurer erklärt sich

Beat Feurer lud nach der Gemeinderatsitzung am Mittwochabend zu einer Medienkonferenz. Ein Rücktritt kommt für ihn nicht in Frage: «Ich lasse mich nicht aus dem Amt drängen», sagte er.

Er habe den fraglichen Bericht mit drei Personen besprochen. Er habe ihn aber nicht den Medien gegeben. Zum Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung wollte er sich weiter nicht äussern, weil dazu ein Verfahren läuft.

Und das verlorene Vertrauen im Gemeinderat? «Vertrauen ist eine gegenseitige Angelegenheit», sagt Beat Feurer dazu. Da müsse man ihm halt auch entgegenkommen.

Das politische Biel wird wohl noch eine Weile nicht zur Ruhe kommen. Eine Lösung der Probleme – genannt seien da die hohe Sozialhilfequote und die kargen Stadtfinanzen – dürfte noch länger dauern.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Wohl kein Mensch klettert über den Löwenkäfig, um die Tiere zu füttern, zu streicheln oder sie sogar zu "sanften Katzen" zu erziehen! Beat Feurer aber, hat dies gemacht: Er sitzt gewählt, im links/grünen "Käfig" der politischen Bieler-Macht und wollte Missstände aufdecken! Von Anfang an, war seine politische Parteizugehörigkeit zur SVP, sein vorprogrammierter "Todesstoss"! Ein SVP'ler im Bieler Gemeinderat! Das ist einfach unmöglich! Die linke "Hochburg" hat diese Wahl Feurer's nie akzeptieren!
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    1. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      Ich kann mir bessere Lösungen vorstellen als eine Amtsgeheimnisverletzung und ein schlechtes Betriebsklima. Könnte der SVP vernünftig mit andeen Zusammenarbeiten und eine gute Leistung vorweisen, hätte er auch in Biel keine Probleme. Aber eben: Probleme schaffen und den anderen die Schuld dafür in die Schuhe schieben, ist eben die einfachste Lösung. Und SVP-Anhänger fallen immer wieder auf sowas rein. Hätte er sie Sozialkosten im gesetzlichen Rahmen senken können, wäre er ein angesehener Mann.
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    2. Antwort von Heinz Hugentobler, Ins
      m.E. zu einfach das "Problem" hinter der Parteizugehörigkeit zu setzen. B.F. war neu im Gemeinderat, musste sich erst einarbeiten. Im Vorfeld davon bereits vernehmen zu lassen, dass nun "Ordnung" in seiner Abteilung erste Priorität habe scheint doch etwas gar weit hergeholt. Konflikte mit dem Personal waren somit vorprogrammiert. Sein heutiges Verhalten scheint mir doch etwas naiv zu sein wie er sich zu den "Geschichten" äußert. Fehler haben wohl alle produziert ungeachtet Parteizugehörigkeit.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Ha, ha ein Sesselkleber à la SVP. Na denn, die Bieler Wählerschaft verdient auch keinen Anderen.
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