Fischen mit «Zappelphilipp»

Eltern von ADHS-Betroffenen gehen mit ihren Schützlingen fischen und erleben ihre Kinder dabei anders als im Alltag. Dies zu vermitteln, ist das Ziel zweier Sozialpädagogen, die ein entsprechendes Coaching aufgezogen haben.

Das Besondere an diesem Tag am Ufer des Broyekanals ist, dass an den Kindern und Jugendlichen nichts Besonderes auffällt. Für deren Väter, die mit von der Partie sind, ist es aussergewöhnlich, dass sich die Buben während Stunden ziemlich gut auf Zapfen und Köder konzentrieren können. Denn das ist im Leben ihrer Söhne alles andere als selbstverständlich.

Das von der Vereinigung von ADHS-betroffenen Kindern und Jugendlichen aus den Regionen Bern, Freiburg und Wallis gebuchte Fischen-Erlebnis macht als ansonsten teils zappligen, unaufmerksamen oder impulsiven Kindern kleine Fischer mit stechendem Blick und beinahe ruhiger Hand. «Beim Fischen ist mein Sohn im Reinen», sagt ein Vater. Auch wenn er nichts fange, lasse er sich nicht vom Ziel abbringen.

Dahinter steckt die unspektakuläre Philosophie zweier Fachpersonen aus der Region Bern, die mit Coaching und Fischen dieses sozialpädagogische Angebot ins Leben gerufen haben. Man ermögliche den Kindern die Gelegenheit, sich auf ein Thema zu fokussieren, ohne sich von anderen Dingen ablenken zu lassen», sagt Sozialarbeiter und Kurs-Mitorganisator Martin Ruch. Der von Jon Cavegn und ihm organisierte Tag mit Angelrute und Co. richtet sich nicht nur an «Zappelphilippe» sondern auch an Jugendliche und Erwachsene in anderen schwierigen Lebenssituationen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17.30 Uhr)