Fluglärmgegner fürchten mehr Flüge in Meiringen

Der Militärflugplatz Sitten im Wallis schliesst in rund fünf Jahren. Die Flugbewegungen aus dem Wallis könnten dann auf andere Militärflugplätze in der Schweiz verlegt werden - zum Beispiel Meiringen im Berner Oberland.

Ein Kampfjet in Nahaufnahme auf dem Flugplatz.

Bildlegende: Ein Kampfjet des Typ F/A-18 steht auf dem Flugplatz von Meiringen. Keystone

Viele Jahre hat Emil Feuz gegen den Fluglärm in Meiringen gekämpft. Und jetzt könnte sein nächster Kampf bevorstehen. Das Stationierungskonzept der Armee sieht vor, dass der Flugplatz Sitten in rund fünf Jahren geschlossen wird. «Irgendwo müssen die Flüge stattfinden, in Payerne, Emmen, Meiringen oder im Ausland», sagt Emil Feuz gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Feuz sitzt im Vorstand der Interessengemeinschaft für weniger Fluglärm im Alpenraum. Die Organisation werde Einfluss nehmen, falls Flugbewegungen von Sitten nach Meiringen verschoben werden.

Ebenfalls gegen den Fluglärm in Meiringen kämpft der Hotelierverein Brienz. Er hat sich bereits mit einem Brief beim Militärdepartement VBS gemeldet und gefragt, was konkret geschehen werde.

Auf eine Antwort in dieser Frage muss er vorerst noch warten. Zuerste müsse die Botschaft des Stationierungskonzepts verabschiedet werden, sagt VBS-Sprecher Renato Kalbermatten. Und es spiele auch eine Rolle, ob die Schweiz den neuen Kampfjet Gripen kaufe. Erst dann sei klar, wie viele Flugbewegungen überhaupt verteilt werden müssten.

«Das VBS wird es sich gut überlegen»

Gerhard Fischer, Grossrat und Präsident der Interessenorganisation pro Flugplatz Meiringen setzt sich für die Anliegen des wichtigen Wirtschaftsfaktors in der Region ein. Er glaubt nicht, dass in Zukunft in Meiringen mehr geflogen wird. Bundesrat Ueli Maurer habe bisher versprochen, dass die Bewegungen zwischen 4000 und 5000 pro Jahr liegen. In den letzten Jahren hätten sie immer um 4000 gelegen.

«Wenn es eine leichte Erhöhung um 500 gibt, ist das sicher nicht problematisch», so Fischer. «Wenn sie über diese 5000 gehen würden, wäre das ein Riesenprozess. Das VBS wird es sich gut überlegen, ob es in diese Diskussionen hineingehen will».