Freiburg fährt auf Fahrgemeinschaften ab

Gratisparkplätze an der Autobahn und eine Internetplattform sollen Fahrgemeinschaften im Kanton Freiburg fördern. Es braucht jedoch noch mehr Anstrengungen, findet ein Mobilitätsexperte. Ein Auftrag an den Staatsrat soll nun den Druck erhöhen.

Seit drei Jahren hat der Kanton Freiburg 20 Gratisparkplätze an der Autobahnausfahrt in Vaulruz. Die Leute kommen im eigenen Auto hier an, lassen ein oder zwei Autos stehen und fahren gemeinsam mit nur einem Auto weiter zur Arbeit. «Die Parkplätze sind immer rasch voll», sagt ein Benutzer.

CVP-Grossrat Bruno Boschung hat nun mit einem Vorstoss verlangt, dass der Staatsrat mehr solche Plätze für Fahrgemeinschaften zur Verfügung stellt. Immerhin würden zwei Autobahnen den Kanton durchqueren. «Auch in Deutschfreiburg gibt es gute Orte für solche Parkplätze.» Beim Kanton will man Hand bieten, ziert sich jedoch. «Die Kosten sind hoch», sagt Grégoire Cantin, Dienstchef des kantonalen Mobilitätsamtes.

Viele Gemeinden machen mit

Um den Fahrgemeinschaften zum Durchbruch zu helfen, reichen jedoch ein paar Gratisparkplätze entlang der Autobahn nicht aus. Der Freiburger Gemeindeverband hat deshalb vor einem Jahr die Internetplattform «fribobility.ch» aufgeschaltet. «80 Prozent der Gemeinden machen mit und bieten im Dorf Parkplätze für Fahrgemeinschaften an», sagt Nadia Savary, FDP Grossrätin und Präsidentin des Freiburger Gemeindeverbandes.

Nach einem Jahr hat die Plattform 1000 Benutzer. Das seien zu wenig findet Mobilitätsexperte Franz Mühlethaler. Es bräuchte zehnmal mehr. «Es braucht eine kritische Masse, sonst funktioniert das nicht.»

Der Gemeindeverband hat es vorgezogen, eine eigene Plattform aufzubauen, obwohl es mit e-covoiturage bereits einen privaten Anbieter gab. Man müsste die Kräfte bündeln, meint der Mobilitätsexperte. «Bei Fahrgemeinschaften macht Konkurrenz das Geschäft kaputt.»