Freiburg gibt Gas bei Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden

Der Kanton Freiburg hat zusammen mit Partnern eine Stiftung zur Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden gegründet. Ziel ist es, die nötigen Massnahmen zu finanzieren, ohne die Staatskasse zu belasten. Das Bundesamt für Energie spricht von einem Vorbild für den Rest der Schweiz.

Schulhaus von aussen.

Bildlegende: Die Berufsschule Freiburg spart jährlich 18 Prozent Energie. Patrick Mülhauser/SRF

46 Prozent des Energieverbrauchs in der Schweiz fällt bei den Gebäuden an. Diese zu sanieren kostet viel Geld. Doch bereits kleine Massnahmen im Betrieb der Gebäude spart viel Energie. Die Stiftung Energo bietet in der ganzen Schweiz Kurse an und empfiehlt Massnahmen. Doch weil auch die Dienste von Energo einige tausend Franken kosten, wird das staatliche Budget belastet. Und es dauert oft lange, bis Massnahmen umgesetzt werden. Deshalb hat nun der Kanton Freiburg eine eigene Stiftung zur Energieeffizienz gegründet. Ziel ist es, die Finanzierung von Ausbildung und Massnahmen zu sichern.

Grosses Potential

In der Freiburger Stiftung werden alle öffentlichen Institutionen wie Spitäler, Schulen und auch alle Verantwortlichen der Verwaltungsgebäude sitzen. «So können wir Prioritäten setzen», erklärt Serge Boschung, Chef vom kantonalen Energieamt. Nach einer kleinen Anschubfinanzierung soll die Stiftung zudem selbstragend sein. «Das durch die Energieeffizienz gesparte Geld fliesst in einen Fonds», erklärt Boschung. Damit würden neue Projekte vorfinanziert. Der Kanton Freiburg besitzt über 120 Gebäude. Das Sparpotential in den Gebäuden des Kantons sei gross, sagt der Chef des Energieamtes. «Ich rechne jährlich mit über 2 Millionen Franken Einsparungen.»

Positive Testphase

Die technischen Verantwortlichen der Berufsschule Freiburg wurden bereits durch Ingenieure der Stiftung Energo ausgebildet. Massnahmen wurden ergriffen, um den Energieverbrauch zu senken, erklärt der Chef des technischen Dienstes, Benoît Michel. «Statt immer, läuft die Ventilation nur noch manchmal.» Und auch beim Wasserverbrauch habe man gehandelt. «Wir haben in allen Lavabos Energiesparer installiert.» Bei 1200 Schülerinnen und Schülern, die täglich die Berufsschule besuchen, macht das viel aus. Selbs Benoît Michel ist überrascht: «Wir sparen jährlich zwischen 15 und 20 Prozent an Energie.».

Bund lobt Freiburg

Dass Freiburg mit einer Stiftung die Energieeffizienz von öffentlichen Gebäuden vorantreibt, wird beim Bundesamt für Energie als fortschrittlich bewertet. «Dieses Projekt hat Vorbildfunktion für den Bund und andere Kantone», sagt Adrian Grossenbacher, Chef Gebäude beim Bundesamt für Energie.

Vor allem die Tatsache, dass die Finanzierung nicht durch die öffentliche Hand geschehe, sei ein spannender Ansatz. So könne rasch viel Geld und Energie gespart werden. «Eine Sanierung des Gebäudes kann später erfolgen.»