Freiburg soll die Unternehmenssteuer senken

Die Unternehmenssteuer sollte 15 Prozent für alle in- und ausländischen Firmen betragen. Zusätzliche Abzüge sollen möglich bleiben. Das geht aus einer Umfrage des Vereins Fribourg international hervor.

Die Schweiz wird wohl ihre Steuerprivilegien für ausländische Firmen aufgeben müssen. Für Freiburg steht viel auf dem Spiel. Der Kanton kassiert fast einen Fünftel seiner Unternehmenssteuer von Firmen mit Steuerprivilegien. Die Angst, dass diese Unternehmen wegziehen könnten, ist gross.

Doch eine Umfrage bei 70 international tätigen Firmen im Kanton Freiburg zeigt: Diese Firmen sind durchaus bereit, auf ihre jetzigen Privilegien zu verzichten. Andere Steuererleichterungen müssten jedoch möglich bleiben.

Der Verein Fribourg international schlägt vor, die Ungleichbehandlung aufzuheben und für alle Firmen 15 Prozent Unternehmenssteuer einzuführen. Damit würde Freiburg der Forderung von EU und OECD nachkommen. Diese wollen keine unterschiedliche Besteuerung von in- und ausländischen Firmen. «Mit 15 Prozent wäre Freiburg im In- und Ausland durchaus konkurrenzfähig», sagt Christoph Perler, Steuerexperte bei der Beraterfirma KPMG. Richtwert sei Irland, welches bei 12,5 Prozent liege.

Neue Abzüge gefordert

Bei einem einheitlichen Steuersatz würden jedoch Firmen bestraft, die heute dank Privilegien zum Teil weit unter 10 Prozent Unternehmenssteuer bezahlen. Deshalb schlägt Fribourg international neue Abzüge vor. Wer Forschung betreibt, soll für seine Patente oder Lizenzen weniger Steuern bezahlen, dank sogenannten Lizenz-Boxen. Auch wer mit Hochschulen oder der Universität zusammenarbeitet, sollte dies zu mehr als 100 Prozent von den Steuern abziehen können. «All diese Vorschläge werden in einem Land in Europa praktiziert», sagt Christoph Perler. Freiburg wäre damit also wohl auch europakompatibel.

Blick in ein Industriegebäude (Symbolbild)

Bildlegende: Gleiche Steuern für in- und ausländische Firmen ist einer der Vorschläge. Colourbox

Nicht berechnet hat Fribourg international, was für Auswirkungen die Änderung des Steuersystems auf die Einnahmen des Kantons Freiburg hätte. Dieser hat in den kommenden Jahren finanzielle Probleme und kann sich zu hohe Verluste bei den Unternehmenssteuern nicht leisten.