Freiburg und sein St. Nikolaus

Dass die Freiburger Kathedrale St. Nikolaus heisst, kommt nicht von ungefähr: Nikolaus von Myra ist der Schutzpatron der Stadt - und der St. Nikolaus-Umzug darum jedes Jahr ein grosses Volksfest.

Foto von der Terrasse der Kathedrale, von wo der St. Nikolaus zum Volk spricht.

Bildlegende: Der St. Nikolaus, hier im Jahre 2012, spricht von der Terrasse der Kathedrale zum Volk. Keystone

Der St. Nikolaus wird seit dem Mittelalter in ganz Europa gefeiert. Doch in Freiburg ist es ein besonderes Fest. Die Kathedrale St. Nikolaus prägt das Stadtbild. «Die Leute haben eine emotionale Beziehung zu dieser Kirche», sagt Jean Steinauer, Journalist und Historiker.

Im 18. Jahrhundert habe man das St. Nikolaus Fest in Freiburg verboten. «Weil zu viele Leute betrunken waren». Doch hinter den dicken Mauern des Kollegiums St. Michael im Internat habe das Fest immer weitergelebt.

Grosses Familienfest

1906 brachten die Schüler den St. Nikolaus wieder auf die Strassen von Freiburg. «Sie mieteten Esel und Kostüm und zogen los», sagt Jean Steinauer.

Was als Jux begann, wurde über die Jahrzehnte zum wichtigsten und grössten Volksfest in Freiburg. 30‘000 Zuschauerinnen und Zuschauer säumen jeweils während des Umzuges die Strassen vom Kollegium hinab zur Kathedrale.

«Das sind so viele Leute, wie die Stadt Einwohner hat. Ein Wahnsinn», schwärmt Jean Steinauer. Viele auswärtige Freiburger kämen extra nach Freiburg. «St. Nikolaus bringt zerstreute Familien und Freunde zusammen», sagt der Journalist.

Das Fest findet jeweils am ersten Samstag im Dezember statt.