Freiburger Autorin schreibt über Täuschung und Selbsttäuschung

Die Psychotherapeutin Ruth Wittig lebt seit rund dreissig Jahren in Freiburg. In ihrem Buch «Camouflage» hat sie zehn Kurzgeschichten über Tarnung und Vertuschung geschrieben.

Eine Seconda, die in der Freiburger Altstadt nach einem besseren Leben strebt oder eine Uniprofessorin, die von jüngeren Kollegen überholt wird: Ihr Buch handle von «zerplatzten Illusionen», sagt Ruth Wittig.

In «Camouflage», was so viel wie vertuschen oder tarnen heisst, geht es um das Versteckspiel im Alltag. «Eine Selbstlüge dient oft als Schutz», erklärt die Psychotherapeutin, «damit man sich selber besser leiden kann.»

Heimat und fremd zugleich

Ruth Wittig kam der Liebe wegen nach Freiburg. «Heimat war damals nicht so wichtig», sagt und schreibt sie in einer Kurzgeschichte. Mit dem Alter werde Heimat wichtiger. Sie lebe immer noch im Spagat zwischen Freiburg und Mainz, ihrer ersten Heimat.

In Freiburg fühle sie sich wohl. Trotz guter Integration spüre sie: «Ich bin anders.» Ruth Wittig schätzt vor allem die Zweisprachigkeit. So fliessen auch immer wieder französische Begriffe in ihre Kurzgeschichten ein. Sie mag die Dynamik von Freiburg. «Es ist eine Stadt in Bewegung.»