Freiburger Bauern wehren sich gegen Wasser-Rationierungen

Ab Freitag dreht der Kanton Freiburg vielen Gemüsebauern den Hahn zu bei Bewässerungsanlagen. Grund sind die tiefen Pegelstände in Fliessgewässern. Die Bauern von Ried bei Kerzers wehren sich und wollen mit einem eigenen Bewässerungsprojekt Abhilfe schaffen gegen die Rationierung.

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Aufstand gegen Wasser-Rationierung

3:46 min, aus Schweiz aktuell vom 16.7.2015

Die Trockenheit wird in vielen Teilen der Schweiz immer schlimmer. Im Kanton Freiburg beispielsweise hat es seit einem Monat nicht mehr geregnet. Ab morgen Freitag dürfen Landwirte kein Wasser mehr aus Bächen pumpen für die Bewässerung ihrer Felder. Für den Rieder Gemüsebauer Patrick Fürst ein echtes Problem: «Ein Drittel meiner Felder werden mit Wasser aus dem Bach Bibere bewässert. Wenn nun dieses Gemüse wegen der Trockenheit verdorrt, geht das an die Existenz.»

Ein ewiges Hin und Her

Die Rieder Bauern wollen aber nicht jammern, sondern handeln. Deshalb bemühen sie sich mit ihrer Bewässerungsgenossenschaft schon seit mehreren Jahren um eine Anlage, welche nicht auf Bachwasser angewiesen ist, sondern mit Grundwasser gespeist wird. Allerdings harzen die Verhandlungen mit dem Kanton, wie der Präsident der Genossenschaft, Reto Aeberhard, gegenüber «Schweiz aktuell» sagt: «Es ist ein ewiges Hin und Her zwischen den verschiedenen zuständigen Ämtern. Seit vier Jahren sind wir am Verhandeln. Ausser einem Haufen Papier und vielen Sitzungen haben wir noch kein Resultat.»

Gemeinden soll nicht nur für sich schauen

Raphaël Kropf vom Amt für Umwelt des Kantons Freiburg kontert diese Vorwürfe. Man sei bestrebt, eine Gesamtlösung für das ganze Freiburger Seeland zu finden. Nur so gebe es eine kostengünstige Lösung und entsprechend Subventionen vom Bund. «Deshalb ist es an den Bauern der verschiedenen Gemeinden, sich zusammenzuraufen und ein gemeinsames Projekt zu erarbeiten.» Es könne nicht sein, dass jede Gemeinde nur für sich schaut.

Die Rieder Bauern entgegnen, dass sie sehr wohl das Gespräch gesucht hätten mit den anderen Gemeinden und Bauern. Doch habe daraus nichts resultiert, so Reto Aeberhard. Noch hätten sie die Hoffnung für eine Realisierung ihrer Anlage nicht aufgeben. Schon nächste Woche steht wieder eine Sitzung mit dem Kanton an.