Freiburger Firma Scott macht Furore an der Tour de France

Das Team Orica Greenedge gewann das Mannschaftszeitfahren - auf Velos aus Givisez. Die Sportartikelherstellerin Scott hat ihren Sitz im Kanton Freiburg und gehört einem Berner Unternehmer.

Scott war lange amerikanisch. Jetzt besitzt der gebürtige Berner Beat Zaugg die Sportartikelherstellerin im freiburgischen Givisez. Dort beschäftigt Scott 170 Leute. Es ist heute der Hauptsitz. Hier tüfteln Ingenieure an den neusten ultraleichten Velos aus Carbonfasern. Marketing, Verkauf und Buchhaltung sind auch in Givisiez.

Weltweit beschäftigt Scott 700 Personen. Die Produktion ist ausgelagert. «Zählt man die Arbeiter in den Fabriken dazu, denen wir Aufträge erteilen, sind es 20‘000 Leute, die für Scott arbeiten», sagt Beat Zaugg. Er arbeitet seit 30 Jahren bei Scott und ist seit 2005 alleiniger Besitzer.

Genugtuung an der Tour de France

Zurzeit trumpft Scott an der Tour de France, dem bekanntesten Velorennen der Welt, gross auf. Scott ist Sponsor der australischen Mannschaft Orica Greenedge, welche das Mannschaftszeitfahren gewonnen hat.

Scott investiert viel. Für die Fahrer müssen neue Produkte entwickelt werden. Und für das Logo auf den Leibchen und Helmen zahlt Scott einen Millionenbetrag.

«Es gibt keine günstigere Werbung, eine Marke weltweit zu lancieren», sagt Beat Zaugg im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Die Tour de France werde in die ganze Welt übertragen, sogar nach China.

Freiburg ein guter Standort

Freiburg sei ein guter Standort für seine Firma. «Die Mitarbeiter sind schnell in der Natur, um Sport zu treiben». Und Beat Zaugg findet leicht dreisprachiges Personal. Denn nebst Deutsch und Französisch ist auch Englisch wichtig.

Scott erzielt einen Jahresumsatz von über 400 Millionen Franken. 90 Prozent davon im Ausland. Nun soll der chinesische Markt erobert werden. «Wir wollen auch hier in Kürze 40'000-50‘000 Velos pro Jahr verkaufen», sagt Beat Zaugg.

Der Bäckerssohn

Beat Zaugg ist in der Stadt Bern aufgewachsen, seine Eltern hatten eine Bäckerei. «Ich habe dort gelernt, dass man auch sieben Tage arbeiten kann», sagt er. Der 55jährige war früher in der Nationalmannschaft in Skiakrobatik, hörte mit 23 aber auf: «Ich merkte, dass ich nie Weltmeister werde». Beat Zaugg wohnt heute mit seiner Frau in Greng (FR).