Freiburger Kantonsgericht: Viel Arbeit und eine «Züglete»

Letztes Jahr nahmen Streitereien rund um die Sozialversicherungen stark zu. Zusätzlich zur hohen Arbeitsbelastung steht dem Kantonsgericht der Umzug ins ehemalige Augustinerkloster bevor.

Der Innenhof des Augustinerklosters ist noch mit Baugerüsten überstellt.

Bildlegende: In die Büros, die an den Innhof des Augustinerklosters grenzen, werden die Kantonsrichter einziehen. SRF

Zwei Männer im Innern des neuen Gerichtsgebäudes.

Bildlegende: Adrian Urwyler, Präsident des Freiburger Kantonsgerichts (links), und der Architekt Dimitri Kaden. SRF

Die Arbeitsbelastung der Kantonsrichter hat stark zugenommen, weil sie sich immer häufiger mit Fällen rund um IV-Renten und Sozialversicherungen beschäftigen müssen. Hier müssten Bezüger rasch Antwort erhalten vom Gericht, betont Adrian Urwyler, Präsident des Freiburger Kantonsgerichtes: «Wir haben deshalb einen zweiten Sozialversicherungshof eröffnet». In 90 Prozent der Fälle liege innert einem halben Jahr ein Entscheid vor.

Zugenommen haben insgesamt die Rekurse gegen Gerichtsentscheide. «Die Leute stellen das Gericht vermehrt in Frage. Ich gehe bis vor den Menschenrechtshof in Strassburg, das höre ich heute öfters», sagt Adrian Urwyler, der seit 20 Jahren Richter ist.

Grosser Umzug steht bevor

Diesen Herbst ziehen Zivil-und Strafgerichtshof in der Innenstadt und Verwaltungsgerichtshof am Stadtrand zusammen. Das neue Zuhause des Freiburger Kantonsgericht ist das ehemalige Augusinterkloster in der Freiburger Unterstadt direkt an der Saane.

Der Umbau ist eine grosse Herausforderung für Architekt Dimitri Kaden. «Jeder Balken muss aus Denkmalschutz-Gründen an seinem Platz bleiben. Zudem haben wir festgestellt, dass das ganze Gebäude schief ist», erklärt der verantwortliche Architekt auf einem Rundgang.

Ein Blick in die Bibliothek des Augustinerklosters.

Bildlegende: Die Bibliothek des ehemaligen Augustinerklosters wurde aufwendig renoviert. SRF