Freiburger Staatsrat verteidigt Spital gegen Kritik

Grossräte von links bis rechts üben in mehreren parlamentarischen Vorstössen scharfe Kritik am Kantonsspital. Die Regierung kontert.

Eine Drehtüre mit der Aufschrift «Urgences / Notfälle»

Bildlegende: Zu lange Wartezeiten: Auch der Notfall wird kritisiert. Keystone

Das Spital sei nach wie vor nicht zweisprachig, es sei schlecht erreichbar, weil die Zufahrt chronisch verstopft sei, zu wenig Parkplätze habe es auch und beim Notfall müsse man zu lange warten.

Schliesslich sei das Spital mit einem ungenügenden Angebot auch dafür verantwortlich, dass sich mehr als die Hälfte aller Freiburgerinnen und Freiburger ausserkantonal pfegen liessen: Die Kritik am Freiburger Kantonsspital ist heftig.

Entsprechend ausführlich antwortet nun der Staatsrat. Auf insgesamt sieben Seiten versucht er, die Kritik zu entkräften: Eine rein deutschsprachige Abteilung (für innere Medizin) sei seit eineinhalb Jahren in Betrieb und bei den Patienten sehr geschätzt, eine neue Zufahrt zum Spital sei in Planung, der Notfall sei 2013 reorganisiert und personell aufgestockt worden und nun viel effizienter.

Insel und CHUV «werben» Patienten ab

Dass sich tatsächlich überdurchschnittlich viele Freiburger in anderen Kantonen pflegen liessen, habe mit der nahen Konkurrenz des Freiburger Spitals zu tun.

Das Inselspital in Bern und das Universitätsspital Lausanne CHUV könnten beide Leistungen anbieten, welche in Freiburg nicht rentabel wären.

Tafers behält Notfalldienst

Der Staatsrat hat auch auf eine Petition aus dem Sensebezirk geantwortet, welche forderte, dass das Akutspital Tafers erhalten bleibt: Tafers habe einen festen Platz in der Freiburger Spitallandschaft, auch wenn gewisse Zentralisierungen unumgänglich seien. Tafers werde aber einen Notfalldiens für nicht-lebensbedrohliche Fälle behalten.