Für «Luxuswohnungen» der Stadt Bern gibt's keine Subventionen

Wenn ein neuer städtischer Wohnblock mit 13 Wohnungen 9 Millionen kostet, müssen die Mieten marktüblich sein. So hat der Berner Stadtrat entschieden. Der Baukredit ist bewilligt, Subventionen in Millionenhöhe sind gestrichen.

Der Bauplatz in der Berner Lorraine: Hier muss die Stadt Bern in einem Neubau marktübliche Mieten verlangen.

Bildlegende: Der Bauplatz in der Berner Lorraine: Hier muss die Stadt Bern in einem Neubau marktübliche Mieten verlangen. SRF

Die Stadt Bern möchte auf einer Brache im Lorrainequartier bauen. Geplant ist ein neues Wohnhaus mit 13 Wohnungen und einem Atelier in bester Wohnlage. Das Projekt mit aussergewöhnlicher Architektur und Minergie-P-Eco-Ausbaustandard kostet nahezu 9 Millionen Franken. Der Gemeinderat beabsichtigte, diese Kosten mit 2,6 Millionen aus zwei städtischen Wohnbaufonds zu subventionieren, um die Mieten zu verbilligen. Damit biss die Stadtregierung beim Stadtparlament allerdings auf Granit.

Zu viel Geld für zu wenig Leute. Das war letztlich die Mehrheitsmeinung im Stadtrat. Der Baukredit ist zwar gesprochen. Aber die Subventionen, um die Mieten zu reduzieren, sind gestrichen. Mit dem Geld werde gescheiter wirklich günstiger Wohnraum saniert für Leute, die es nötig haben, so der Tenor. Der Gemeinderat und seine Liegenschaftsverwaltung haben den klaren Auftrag, den Neubau in der Lorraine zu marktüblichen Preisen zu vermieten. «Man will Luxuswohnungen bauen und diese nach sozialen Kriterien vergeben», sagte beispielsweise Bernhard Eicher von der FDP. Das könne seine Partei nicht unterstütz en.

Der Rat hat mit dem Entscheid ein Zeichen gesetzt, wie viel Luxus verträglich ist in einem subventionierten Wohnhaus der Stadt Bern.