«Fussball bedeutete alles für Gianni»

Wird mit Gianni Infantino auch in Zukunft ein Walliser an der Spitze des Weltfussballverbandes Fifa stehen? Im Vorfeld der Wahl des neuen Fifa-Präsidenten schwelgen Mutter Maria und Schwester Daniela in Erinnerungen.

Vor 66 Jahren kam Maria Infantino aus Italien in die Schweiz. Hier lernte die Mutter von Gianni ihren Mann Vincenzo kennen. Die beiden schlugen sich als Gastarbeiter durch. Vater Vincenzo arbeitete bei der Bahn, Mutter Maria an einem Kiosk in Brig. Die heute 81-jährige Maria Infantino sagt: «Ich bin so unglaublich stolz auf Gianni, dass mir gleich die Tränen kommen.»

Gianni sei ein sehr anhängliches Kind gewesen, erinnert sich seine Mutter. «Gianni war genau so Fussball fanatisch wie sein Vater. Wenn sein Vater im Zug oder auf dem Bahnhof bekannte Fussballspieler sah, rief er an und wir mussten Gianni zum Bahnhof bringen. Dann wurde schnell ein Photo gemacht».

«Zwei linke Beine»

Gianni Infantino wuchs mit zwei älteren Schwestern in Brig-Glis auf. Seine Schwester Daniela ist acht Jahre älter und sagt: «Fussball bedeutete alles für Gianni. Er las immer die Zeitung ‹Gazetta dello Sport› und verfolgte alle möglichen Spiele am Fernsehen. Aber er selber war kein guter Spieler, er sagte einmal von sich selber, dass er zwei linke Beine hat.»

Daniel Nellen ist ein Cousin von Gianni und ist mit ihm zusammen aufgewachsen. Er erinnert sich, dass Gianni schon früh Manager-Qualitäten an den Tag legte. «Gianni hat einen eigenen Club für die Kinder der Gastarbeiter gegründet. Den FC Folgore. Er hat es dann geschafft, dass unsere Mannschaft zur dritten Mannschaft des FC Brig-Glis wurde.»

«  Si, si, si! Io sono sicura! »

Maria Infantino
Mutter

Mama Maria, Schwester Daniela und Cousin Daniel Nellen reisen am Freitag zur Wahl des Fifa-Präsidenten nach Zürich. Für Mama Maria steht schon jetzt fest: «Mein Herz sagt mir, dass Gianni gewählt wird. Si, si, si! Io sono sicura!»

(Regionaljournal Bern, Freiburg Wallis 6:32 / 17:30 Uhr)