Vögel in der Stadt Gekommen um zu bleiben – Saatkrähen in Bern

Seit 1988 hat es Krähen in der Stadt Bern. Und seit dann stören sich Leute daran. Damals waren es rund 400 Tiere, heute sind es über 2000 Saatkrähen. Probiert hat die Stadt vieles, um die Krähenpopulation zu vermindern oder umzusiedeln.

Bildlegende:Krähenpopulation in Bern: Die Hotspots Fachstelle für Natur und Ökologie

    • Gewehr

      Bildlegende: birdys / photocase.de

      Methode 1: Jagen

      Die Kugel würde durch die Krähe hindurch fliegen und irgendwo sonst landen, das ist das Argument der Stadt gegen die Jagd. Zweitens bezieht sich die gesetzliche Grundlage auf Bäume und Gebiete, die in privatem Besitz sind. Nisten sich die Saatkrähen auf öffentlichen Bäumen ein, dürfen Privatpersonen also nicht zum Gewehr greifen. (Bild: birdys/photocase.de)

    • Nest mit Eier, Symbolbild

      Bildlegende: FloKu. / photocase.de

      Methode 2: Sterilisation

      Man könnte theoretisch Krähen einfangen, so wie es bei Tauben üblich ist. Aber da es doppelt so viele Krähen wie Tauben hat in der Stadt, wäre der Aufwand unverhältnismässig gross. Zudem könnte man die Krähen nicht über längere Zeit im gleichen Schlag halten. Ein weiteres Problem ist die ständige Zuwanderung der Krähen aus dem Norden. (Bild: FloKu./photocase.de)

    • Nest, Krähe

      Bildlegende: emanoo / photocase.de

      Methode 3: Plexiglasscheiben

      Um den Krähen den Zugang zum eigenen Nest zu verwehren, wurden Plexiglasscheiben über die Nester gelegt. Genützt hat es nichts. Schlau, wie die Krähen sind, bauten sie sich kurzerhand einen neuen Nesteingang von unten. Zudem hatten sie nun ein Regendach über dem Nest. Das war für die Krähen nicht mühsam, eher praktisch. (Bild: emanoo/photocase.de)

Saatkrähen: Intelligente Vögel oder Störenfriede?

  • Optionen

    • Säge Ast

      Bildlegende: MPower. / photocase.de

      Methode 4: Bäume zurückschneiden und Umsiedelung

      Die Idee: dass Krähen neue Plätze suchen, wenn sie keinen Platz finden, um ihr Nest zu bauen. Das Problem: Saatkrähen bevorzugen diejenigen Baumarten, die sie als Jungtiere kennengelernt haben. Wenn sie in Platanenbäumen aufgewachsen sind, bleiben sie in Platanen. Und ausserhalb der Stadt Bern hat es praktisch keine solchen Bäume. (Bild: MPower./photocase.de)

    • Uhu-Attrappe

      Bildlegende: zvg/Fachstelle für Natur und Ökologie

      Methode 5: Attrappen

      Die Attrappen werden bei Nestern befestigt und von Privatpersonen betätigt: Sie ziehen an einer Schnur und die Flügel der Uhu-Attrappe bewegen sich. Die Krähen werden mit einem natürlichen Feind konfrontiert und flüchten. Allerdings ist diese Methode für die jeweiligen Privatpersonen relativ aufwändig – sie müssen regelmässig an der Schnur ziehen. (Bild: zvg/Fachstelle für Natur und Ökologie)

    • Falke

      Bildlegende: Violess / photocase.de

      Methode 6: Falke

      Das Prinzip ist das gleiche wie bei den Uhu-Attrappen: Die Saatkrähen werden mit einem natürlichen Feind konfrontiert. In der Gemeinde Münsigen hat diese Methode gewirkt: Der Falkner ist mit seinem schreienden Tier durch den Park spaziert und hat so die Krähen vertrieben. In Bern würde die Krähenkolonie nur in ein anderes Quartier umgesiedelt. (Bild: Violess/photocase.de)

Die Entwicklung der Saatkrähen-Population in Bern Die aktuelle Zahl ist eine Schätzung der Fachstelle für Natur und Ökologie.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)