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Gewerbebäckerei Ritz schliesst Keine Nussgipfel, Rouladen und Torten mehr aus Laupen

Die Gemeinde verliert ein weiteres Traditionsunternehmen. Die Leute sind betroffen, aber nicht unbedingt überrascht.

Das Hauptgebäude der Ritz.
Legende: Der über 120-jährige Backwaren-Traditionsbetrieb in Laupen stellt seinen Betrieb ein. Rettungsversuche sind gescheitert. Leonie Marti/SRF

Seit 122 ist die Backstube ennet der Sensebrücke in Laupen in Betrieb. Im Juni ist fertig. Dann schliesst die Ritz AG ihre Pforten, der mittlerweile industrielle Backbetrieb bleibt still. 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihre Stelle. Ein Sozialplan sei in Bearbeitung.

Industrielle Produktion von Rouladen, zwei Hände mit weissen Handschuhen
Legende: Ritz ist vor allem bekannt für seine Rouladen. ZVG/Ritz AG

«Die finanzielle Lage war schon lange angespannt», sagt Jürg Reinhard, Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer der Ritz AG. Man habe die Einführung von neuen Produkten, Kooperationen oder gar den Teilverkauf der Firma geprüft. «Aber das alleine reicht nicht», so Reinhard. Die dominierenden Grossverteiler und die verstärkte ausländische Konkurrenz verunmöglichten ein Überleben eines Betriebes in der Grösse von Ritz

Die Betroffenheit in Laupen ist gross. «In Laupen gibt es bald keinen Betrieb mehr», sagt ein älterer Mann. Und eine junge Frau ergänzt: «Die Läden hier im Zentrum schliessen. Und jetzt noch die Ritz AG – das macht einem schon ein bisschen Angst.»

Von aussen hatte man das Gefühl, die Firma entwickelt sich nicht weiter.
Autor: Passant in Laupen

Es gibt aber auch kritische Stimmen. Ein Mann meint, er hatte kaum den Eindruck, dass sich die Firma weiterentwickle. Und ein weiterer Passant ergänzt: «Die Ritz AG hat immer das Gleiche gemacht, seit Jahren.»

Schuld trägt seiner Meinung nach aber nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Gemeinde: «Sie wusste sicher auch um den schweren Stand der Firma. Die Gemeinde hätte eingreifen müssen.»

«Wir hatten mit der Ritz AG Kontakt», sagt Gemeindepräsident Urs Balsiger. Man habe Möglichkeiten aufgezeigt. «Vielleicht hätten wir einen Steuererlass geben müssen – oder sogar Gewerbeland gratis zur Verfügung stellen müssen, so wie das vor 30 Jahren üblich war», so Balsiger. Aber so einfach sei das nicht, denn die Einwohnergemeinde besitze kein eigenes Land.

Wie geht es nun weiter?

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Wie geht es nun weiter?

Gemäss Jürg Reinhard ist die Liquidität für ein ordentliches Verfahren zur Abwicklung der Firma – etwa für die Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfristen – gesichert. Was mit dem Areal und dem zum Teil denkmalgeschützten Fabrikgebäude passiert, ist noch offen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Arthur Häberli (Arthur Häberli)
    Scheint ein klarer Fall von Missmanagement. Und klarer Fall von Missmanagement-Kommunikation. Im Erfolgsfall hat das Marketing, Produktentwicklung, ja der Verkauf alles richtig gemacht. Im Misserfolgsfall ist es extern.. die Mitbewerber, der Euro, das Wetter sind so typische Stereotypen.. auch hier.. die Firma wurde (vermutlich) zu Grund gerichtet auf das man dann eine Überbauung machen kann. Wenn man mit einem grossen Parkplatz besser verdienen kann als mit Produktion, dann gewinnt der CFO.
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  • Kommentar von Maria Jenzer (M. Jenzer)
    ... A. Moser - und was am neuen Lebensmittelgesetz sollte das Problem sein.. ??
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  • Kommentar von A. Moser (AM)
    "Aufgrund des Preisdrucks und der ausländischen Konkurrenz..." Das mag sein - aber ist es wirklich NUR die auslöndische Konkurrenz - oder vielleicht auch das neue Lebensmittelgesetz? Ich kenne andere Kleinbetriebe, die genau deshalb die Produktion eingestellt haben - oder jetzt im Ausland produzieren lassen, zu MASSIV anderen Bedingungen. Auch hier meinte es der Gesetzgeber gut - hat aber Meilenweit übers Ziel hinausgeschossen!
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