Giftfrei gegen die Kirschessigfliege

Nur als letztes Mittel sollen Pestizide eingesetzt werden, sagen Forscher. Die Weinbauern können vorbeugend einiges tun.

Rote Trauben

Bildlegende: Pestizide sind nicht die erste Empfehlung im Kampf gegen die Kirschessigfliege. SRF

«Mulchen» ist eine Massnahme, die gegen die kleine Fliege helfen kann: Das heisst, dass der Weinbauer Trauben, welche er nicht will, nicht einfach am Boden liegen lässt. Stattdessen zerstört er die Trauben mit einer Maschine. Das könne helfen, sagt Patrick Kehrli vom Forschungszentrum Agroscope in Changins bei Nyon.

Noch wichtiger sei das Entlauben der Rebstöcke, sagt Patrick Kehrli: «Dieses Insekt mag es feucht und schattig.» Darum seien Blätter rund um die Trauben nicht vorteilhaft.

Kirschessigfliege wird überschätzt

Dieser Sommer sei allgemein schwierig gewesen wegen der grossen Feuchtigkeit. «Vieles, was heute der Kirschessigfliege in die Schuhe geschoben wird, hatte andere Gründe». Vermutlich werde die Bedeutung des Insekts überschätzt.

Die Drosophila suzukii ist seit 2008 in Europa, seit 2011 in der Schweiz. Bisher legte sie ihre Eier vorwiegend in Beeren und andere Früchte. Probleme im Weinbau gab es vor diesem Sommer erst einmal im Südtirol und im Trentino, sagt Patrick Kehrli von Agroscope.

Die Forscher hoffen, dass es nicht jedes Jahr zu so grossen Schäden wie jetzt kommen wird. Das hänge davon ab, sagt Patrick Kehrli, wie viele Kirschessigfliegen überwintern könnten. Der vergangene milde Winter kam den Insekten entgegen, ebenso wie der feuchte Sommer 2014.

Drosophila suzukii

Die Kirschessigfliege legt über 300 Eier in eine reife Frucht und verwandelt deren Saft in Essig. Die Frucht wird ungeniessbar. Die Fliege wurde vor rund vier Jahren aus Asien in die Schweiz eingeschleppt, möglicherweise durch den Import von Früchten.