Grundbesitz im Lötschental: Vielen gehört fast nichts

Das Walliser Lötschental will im grossen Stil Land zusammenlegen. Die rund 650 Hektaren landwirtschaftlicher Boden gehören heute rund 1200 Besitzern, was die Nutzung extrem erschwert.

Blick in das Lötschental.

Bildlegende: Blick in den landwirtschaftlichen Flickenteppich Lötschental. SRF

Das landwirtschaftliche Land ist im Lötschental aufgeteilt in über 9000 Parzellen. Toni Henzen zum Beispiel nutzt mit seinen 120 Schafen rund 25 Hektaren Boden, die allerdings auf das ganze Tal verteilt sind: «Ich nutze über 300 Parzellen von 13 Besitzern. Nur schon für das Heuen brauche ich fast drei Monate, weil eben die Parzellen so extrem verteilt sind.»

Das will der Talrat des Lötschentals jetzt mit einer breit angelegten Nutzer-Melioration ändern. Dabei soll das Nutzungsrecht für den ganzen landwirtschaftlichen Boden im Tal an eine Genossenschaft gehen, die das Land zur Nutzung dann besser zusammengelegt an die Bauern verteilt.

Römisches Erbrecht als Ursache

Zu dieser extremen Besitzaufteilung des Bodens kam es im Kanton Wallis wegen des historischen römischen Erbrechts. Dieses sah vor, dass das Erbe gleichmässig auf die Kinder aufgeteilt wird.

Im Gegensatz dazu sah das alemannische Erbrecht, wie es im Mittelland galt, vor, dass der Hof von einem Kind übernommen wird und der Boden so zusammen bleibt.

Das Lötschental als Pilotprojekt

Noch dieses Jahr soll im Lötschental von den Besitzern und den Nutzern darüber abgestimmt werden, ob man diese Art Zusammenlegung will.

 Wenn das Modell Erfolg hat, will die Walliser Regierung diese Art der Zusammenlegung auch in den anderen Tälern durchführen, denn auch dort hat man das gleiche Problem mit der extremen Bodenaufsplitterung. Das Lötschental sei beispielhaft für das Problem, aber auch für die Lösung, sagt Meliorationsamtschef Zurwerra im «SRF-Regionaljournal Bern Freiburg Wallis».