Gstaader Bergbahnen streichen Gratis-Abos für Kinder

Wer unter zehn Jahre alt ist, hat in der Skiregion Gstaad bisher ein Gratis-Abo erhalten. Doch das habe nicht den gewünschten Werbeeffekt gehabt, sagen die Bergbahnen. Daher werden Eltern neu wieder zur Kasse gebeten. Die Bergbahnen sehen sich damit in guter Gesellschaft.

Kinder auf Snowboard auf Piste.

Bildlegende: Fahren künftig in Gstaad nicht mehr gratis mit: Kinder auf der Skipiste. Keystone

Eigentlich wollten die Bergbahnen Gstaad Familien mit kleinen Kindern in die Region ziehen, als sie vor mehreren Jahren das Gratis-Abo für Kinder einführten. «Es war eine Marketing-Aktion», sagt der Geschäftsleiter der Gstaader Bergbahnen, Matthias In-Albon. Aber bei einer Umfrage in den letzten zwei Jahren wurde klar: Die Touristen in Gstaad empfinden dieses Angebot nicht als wichtig. Darum wird das Gratis-Abo für Kinder unter zehn Jahren auf die neue Saison hin abgeschafft.

Auch andere Destinationen erhöhen Kinderpreise

Gstaad ist damit in guter Gesellschaft: In den letzten Jahren hätten mehrere Skigebiete ihre Kinderrabatte reduziert oder abgeschafft, sagt Matthias In-Albon, beispielsweise Saas Fee. «Die meisten Orte sind auf eine Regelung eingeschwenkt, die jener im öffentlichen Verkehr entspricht: Gratis bis sechs Jahre.» Auch in Gstaad ist das künftig so.

«  Wir sollten zusammenspannen, statt uns zu konkurrenzieren. »

Matthias In-Albon
Geschäftsleiter Gstaader Bergbahnen

Dass für die Kinder-Abos bezahlt werden muss, wenn auch ein reduzierter Tarif, findet In-Albon gut. «Mit kostenlosen Dienstleistungen kannibalisieren sich die Bergbahnen gegenseitig, das in einer Branche, die es sowieso nicht leicht hat.» Statt sich gegenseitig zu konkurrenzieren, würden die Bergbahnen besser zusammenspannen, um gegen die Konkurrenz von aussen anzutreten: Badeferien im Winter und andere Angebote in der Ferne.

Ganz will man die junge Generation in Gstaad dennoch nicht vernachlässigen. «Wir gewähren für Junge jetzt höhere Rabatte, insbesondere auch für Jugendliche. Sie wollen wir auf den Pisten behalten», meint der Geschäftsführer der Gstaader Bergbahnen.