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Häusliche Gewalt Berner Fachstelle: Die Täter im Fokus

Seit zehn Jahren nimmt sich die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt im Kanton Bern der Täter an.

Bei häuslicher Gewalt haben sich Behörden und Fachstellen lange vor allem um die Opfer gekümmert. Die Täterschaft wurde der Polizei und dem Strafvollzug überlassen. Vor zehn Jahren wurde aber im Kanton Bern die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt gegründet und die nahm die Täterarbeit bewusst in den Fokus.

Die Täter lernen eine Art Handwerk, wie sie ihre Gewaltneigung in den Griff bekommen können.
Autor: Judith HanhartLeiterin Berner Interventionsstelle Häusliche Gewalt

Heute bietet die Interventionsstelle jede Woche einen Kursabend an für Personen, die gegen ihre Angehörigen gewalttätig geworden sind.

Porträtbild Judith Hanhart
Legende: Judith Hanhart, Leiterin der Fachstelle. Andreas Lüthi/SRF

«Sie lernen eine Art Handwerk bei uns», sagt Judith Hanhart, die Leiterin der Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt. Sie sollen frühzeitig sagen lernen, wenn ihnen etwas nicht passt. Und sie sollen frühzeitig aus der Wohnung gehen, wenn sie merken, dass sie gleich explodieren.

In den letzten Jahren sind neue Vergehen im Bereich der häuslichen Gewalt dazu gekommen. «Mit Handys und Social Media gibt es neue Formen, die Opfer zu terrorisieren», sagt Judith Hanhart.

Die Täter sollten möglichst schon nach der ersten Polizeiintervention unsere Kurse besuchen.
Autor: Judith HanhartLeiterin Berner Interventionsstelle Häusliche Gewalt

Seit zehn Jahren gibt es die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt im Kanton Bern. Sei arbeitet mit den Tätern, koordiniert aber auch ganz allgemein die Aktivitäten in ihrem Fachbereich. Für die Zukunft wünscht sich die Leiterin Julia Hanhart, dass ihre Stelle mehr gewalttätige Personen möglichst früh erreichen kann, «möglichst schon nach der ersten Polizeiintervention». Zudem möchte sie die Hilfe für Kinder als Opfer häuslicher Gewalt ausbauen.

Polizeigesetz als Meilenstein

Demnächst wird im Bernischen Grossen Rat die Revision des Polizeigesetzes beraten. In diesem Gesetz sollen die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt und die Täterarbeit verankert werden. «Das ist ein grosser Meilenstein für uns», sagt die Leiterin Judith Hanhart. Zudem wird eine für alle Akteure gültige Definition von häuslicher Gewalt festgeschrieben.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Jene Täter, die am schnellsten und ehesten sofort "dreinschlagen", werden sicher zuletzt solche Angebote (neue sozial zu Buche stehende Kurse) besuchen! Es sind sehr oft kulturell bedingte Mentalitäten, bei solchen "Misshandlungen und Gewaltausbrüchen", gegen Frauen oder sonstige Familienangehörige, massgebend "im Spiel"! Ein Faktum, das auch hier in diesem Artikel tunlichst tabuisiert wurde!
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    1. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      Sie bringen es auf den Punkt. Manchmal ist es wichtiger zu sehen, was nicht geschrieben wird. Bin positiv überrascht, dass man ihren Beitrag überhaupt veröffentlicht hat. Ich muss wohl noch schnell in der Kriminalstatistik nachschauen, wie hoch der Anteil ausländischer oder mit migrationshintergrund behafteter Täter im Vergleich zur Wohnbevölkerung ist.
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