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Heisser Sommer mit Folgen Heftige Gletscherschmelze: «Wir kämpfen gegen die Natur»

Am Rhonegletscher zeigt es sich deutlich: Die Gletscher schmelzen dieses Jahr überdurchschnittlich rasch.

Legende: Video Rekordschmelze am Rhonegletscher abspielen. Laufzeit 04:02 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 06.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Rhonegletscher büsst an heissen Tagen 10 Zentimeter Länge ein.
  • Die Gletscherschmelze ist Anfang Juli so weit fortgeschritten wie sonst im August.
  • Bis auf 3000 Meter Höhe sind viele Gletscher bereits schneefrei.

Die Gletscherschmelze hat mindestens einen Monat früher eingesetzt als in durchschnittlichen Jahren. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Die sehr warmen Temperaturen im Mai und insbesondere im Juni sowie der schneearme Winter. In Visp beispielsweise wurden bisher 16 Hitzetage gemessen, das sind bereits mehr als sonst im ganzen Sommer.

Die Abflussmenge am Rhonegletscher erreicht in diesen Tagen ebenfalls neue Rekordwerte: Bis zu 10'000 Liter donnern pro Sekunde ins Tal.

Der Wasserverlust am Rhonegletscher ist immens.
Autor: David VolkenGletscher- und Klimaexperte

Experte David Volken geht davon aus, dass die Schweizer Gletscher in diesem Jahr überdurchschnittlich schrumpfen werden. Er vergleicht die heutige Situation in den Bergen mit jener im rekordheissen Sommer 2003.

Wie lange die Gletschergrotte am Furkapass noch betrieben werden kann, ist offen. Sie wird jedes Jahr neu ins Eis gehauen, mit immer grösserem Aufwand.

Wir kämpfen hier oben gegen die Natur.
Autor: Philipp CarlenBetreiber der Eisgrotte

Die Betreiber der Eisgrotte lassen die Grotte mit Gletscherfolie abdecken, die das Sonnenlicht reflektieren soll. In den letzten Jahren musste der Eingang der Touristenattraktion trotz dieser Massnahmen immer weiter nach hinten verschoben werden.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Feierabend (Quantenmechanik)
    Glaubt man der SVP so ist der Klimawandel ein Schwindel.....
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  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    «Wir kämpfen hier oben gegen die Natur.» Kurzfristig ist der Mensch sicher in der Lage, kleine Siege gegen die Natur zu erringen, jedoch im Vergleich zur ganzen Erdgeschichte, eigentlich unbedeutend. Gegen Naturgewalten sowieso nicht. Bei letzten Gespräche sagte Goethe: "..die Natur versteht gar keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst, immer strenge, sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer des Menschen." Diese Einsicht scheint heute oft in Vergessenheit geraten zu sein.
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  • Kommentar von Jos Schmid (Jos Schmid)
    Dass die Gletscher verschwinden ist keine Frage. Etwas unangenehmer ist die Vorstellung, dass uns die Berge erodieren, wenn der Permafrost schmilzt...
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Sie denken weiter, das freut mich. - Bergstürze und Felsabbrüche werden häufiger zu sehen sein. Ich vermute, dass viele Bergdörfer zusätzlich darunter leiden werden; sie werden zu einer weiteren Motivationsspritze für Junge, ihre Dörfer zu verlassen. Was das für Auswirkungen auf die Land- und Alpwirtschaft haben wird, kann man wohl nicht beziffern, aber mir schwant da nichts Gutes.
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