«Heiler» bleibt in Haft - Verteidiger fordert Freispruch

Nach der Aufregung von letzter Woche um den sogenannten «Heiler von Bern» ging der Prozess am Montag weiter. Der Verteidiger forderte für den Angeklagten einen Freispruch. Dieser muss mindestens bis zum Urteil in Haft bleiben.

Video «Freispruch für "Heiler" gefordert» abspielen

Freispruch für "Heiler" gefordert

4:01 min, aus Schweiz aktuell vom 18.3.2013

Der Prozess vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland ging am Morgen mit den Plädoyers von vier weiteren Opferanwälten weiter. Die Anwälte wollen sicherstellen, dass der Angeklagte nicht mehr auf freien Fuss kommt.

Berner Polizisten rennen durch eine Strasse.

Bildlegende: Der Berner «Heiler» hielt letzte Woche die Polizei auf Trab. Keystone

«Für die Opfer wäre es unerträglich, wenn sich dieser Mann seiner Strafe entziehen könnte», sagte Advokat Matthias Aeberli am Montag in seinem Plädoyer. Dem «Heiler» wird vorgeworfen, 16 Menschen absichtlich mit dem HI-Virus angesteckt zu haben.

Auch der Verteidiger hielt sein Plädoyer. Zwar könne er nicht ausschliessen, dass sein Mandant der Täter sei.

Doch gebe es «zu viele Zweifel» an der Darstellung in der Anklageschrift, gab Anwalt Ernst Reber zu verstehen. Deshalb sei im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden - und sein Mandant freizusprechen.

« Esoteriker und Mystiker zu sein, ist nicht strafbar »

Verteidiger Reber vertrat die Ansicht, sein Mandant leide aufgrund seiner ungewöhnlichen Persönlichkeit unter Vorurteilen.  Doch «Esoteriker und Mystiker zu sein, ist nicht strafbar». Und weiter: «Der angeklagte Sachverhalt ist zwar möglich», so Reber. «Aber er ist mit zu vielen Zweifeln behaftet, als dass man ihn als gegeben erachten könnte.»

Angeklagter bleibt in Haft

Der «Heiler» bleibt bis zur Urteilseröffnung Ende dieser Woche im Regional-gefängnis Bern. Das entschied der zuständige Haftrichter am Montagnachmittag, wie der Anwalt des Mannes im Amthaus gegenüber Journalisten sagte.

Der «Heiler» war bis letzte Woche auf freiem Fuss. Am Dienstag und Donnerstag war er nicht mehr am Prozess erschienen. Als ihn das Gericht vorführen lassen wollte, verschanzte er sich in seinem Haus. Nach 24 Stunden konnte ihn die Polizei überwältigen.