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Integration gescheitert? Heterogene Schulklassen: Berner Lehrkräfte wollen Teamteaching

Alle Kinder möglichst in der Regelklasse unterrichten. Damit hat der Kanton Bern bald zehn Jahre Erfahrung. Die Kritik reisst nicht ab. Über 800 Lehrkräfte haben genug. Sie wollen in schwierigen Klassen zu zweit unterrichten.

Legende: Audio Lehrerin Annemarie Müllener: «Jemand bleibt immer auf der Strecke.» abspielen. Laufzeit 05:06 Minuten.
05:06 min, aus Regi BE FR VS vom 05.05.2017.

Ganz ruhig ist es im Klassenzimmer selten. Stühle rutschen, Kinder tuscheln. Diese Unruhe meint Lehrerin Annemarie Müllener aus Ostermundigen bei Bern nicht. Es sind Kinder, die sich nicht einordnen können, die den Unterricht stören, ja gar lahmlegen könnten mit ihrem auffälligen Verhalten. Zwei bis drei solcher Schülerinnen und Schüler gebe es in jeder Klasse.

Integration kostet, wenn sie nicht Verlierer produzieren soll.
Autor: Annemarie MüllenerUnterstufenlehrerin in Ostermundigen

Früher wurden verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler meist in Kleinklassen unterrichtet. Über 400 gab es im Kanton Bern, heute sind es noch 150.

Der Preis: Die Klassen sind heterogener geworden. Jedem Kind gerecht zu werden, sei schwieriger geworden. «Jemand bleibt immer auf der Strecke», sagt Annemarie Müllener. Der Störefried, die grosse Mehrheit der lernwilligen Schülerinnen und Schüler oder die Lehrkraft, die irgendwann – aus Frust – den Bettel hinschmeisst.

So gehts nicht mehr, findet sie. Über 800 Lehrkräfte fordern deshalb in einem Brief mehr Unterstützung. Zwei Lehrkräfte pro schwierige Klasse, vor allem beim Schuleintritt sei essentiell, wenn die Integration keine Verlierer produzieren soll.

Die Integration an und für sich stelle sie nicht nicht in Frage, aber sie koste halt was. Und: Die Unterstützung (SOS-Lektionen, Heilpädagogik, Klassenhilfen), die es heute gebe, sei ein Flickwerk.

Integration darf keine Ideologie sein.
Autor: Bernhard PulverErziehungsdirektor des Kantons Bern

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver nimmt das Problem ernst und will den Schulen mehr Spielraum zusichern. Sie sollen ihre Ressourcen freier einteilen können – für Teamteaching oder für Einzelmassnahmen oder auch wieder für Kleinklassen. Denn: «Integration darf keine Ideologie sein.»

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6 Kommentare

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  • Kommentar von rosi gantenbein (lara croft)
    Das links-idelogische Postulat der totalen Integration hat die Schulen an den Rand des Abgrunds gebracht. Mit Unsummen wird diesem Unsinn weiter gehuldigt. Anstatt die Schwachen in Kleinklassen zu fördern, werden diese um jeden Preis zwangsintegriert, was ihnen meist nicht entspricht und alle Beteiligten überfordert. Das Konzept führt zu Mittelmässigkeit und Kosten in allen Bereichen...
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  • Kommentar von Beatrice Fiechter (thea)
    Der Artikel stimmt mit meiner Beobachtung u.Erfahrung mit meinen Kindern in der Normalschule überein! Die ersten Jahre in der Schule sind für die ganze spätere Entwicklung so wichtig und Richtungsweisend. Ich denke schon lange,warum die Lehrerschaft in ihrem und im Interesse der Kinder nicht schon lange reagiert hat! Was am Anfang gut in die Entwicklung der Kinder investiert wird,spart man später in vielerlei Hinsicht. Das Kind sollte es uns wert sein u.motiviert auch die Lehrer wieder neu!
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  • Kommentar von Herbert Müller (Herbert Müller)
    Lenwillige Kinder werden behindert, Das Integrations - Multikulti - Programm ist gescheitert. Sofort wieder zurück auf Feld eins, also zu Sonderklassen. Das Hauptproblem sind natürlich die Eltern die das nicht akzeptieren können, dass ihr Kind in eine Sonderklasse muss.
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    1. Antwort von Edi Steinlin (stoni)
      Dann muss man die Verordnungen ändern, ob ein Kind in eine Sonderklasse muss, bestimmt die Schule und nicht die Eltern. Ansonsten leidet die ganze Klasse. Übrigens, was kommt ist nach dem Teamteaching als nächste Forderung der Lehrer/innen ? Vermutlich drei Lehrpersonen ?
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