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Reitschule Bern Hitzige Debatte im Grossen Rat

Die kantonale Initiative gegen die Berner Reitschule erweist sich als Knacknuss für den Grossen Rat. Das zeigte sich zum Auftakt der Debatte am Montag. Entschieden wird am Dienstag.

Legende: Video Umstrittene Reitschul-Initiative abspielen. Laufzeit 3:18 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 20.03.2017.

Die Stadt Bern soll im kantonalen Finanzausgleich schlechter gestellt werden, wenn sie die Reitschule weiter duldet. Auf 54 Millionen Franken müsste die Stadt verzichten, würde die Initiative angenommen.

«Initiative rechtlich ungültig»

Doch die meisten Parlamentarier von SP, Grünen, EVP, BDP und Grünliberalen sind nicht bereit, das Begehren dem Volk vorzulegen. Der von der Regierung beauftragte Gutachter habe klar festgestellt, dass die Initiative gegen das Gebot der Rechtsgleichheit verstosse.

Bern und die Reitschule würden anders behandelt als alle anderen Gemeinden und zudem im Finanzausgleich abgestraft. Dort gehöre das Thema gar nicht hin. Ausserdem sei es nicht sinnvoll, über Initiativen abzustimmen, die man dann aus rechtlichen Gründen nicht umsetzen könne.

«Im Zweifel vors Volk»

Ganz anders sehen es SVP, EDU und FDP. Das Zweitgutachten, das im Auftrag der Initianten erstellt worden sei, halte die Initiative durchaus für gesetzeskonform. Angesichts der sich widersprechenden Rechtsgutachten gelte der Grundsatz «In dubio pro populo», fand die FDP: Im Zweifel für den Volksentscheid.

Erich Hess auf Zuschauertribüne im Saal des Grossen Rates.
Legende: Will die Frage der Gültigkeit bis vor Bundesgericht ziehen: Initiant Erich Hess (SVP) hört sich die Debatte an. Christian Liechti/SRF

Die Debatte wird am Dienstagmorgen fortgesetzt. SVP, EDU und FDP müssen auf Abweichler in den anderen Fraktionen hoffen, wenn sie eine Mehrheit erreichen wollen. Die Junge SVP hat bereits angekündigt, dass sie das Bundesgericht in Lausanne anrufen wird, wenn die Initiative für ungültig erklärt wird.

Eine Abstimmung auf kantonaler Ebene über die Reitschule wäre ein Novum. Bislang gab es fünf Abstimmungen in der Stadt Bern. Die Stimmberechtigten stellten sich stets hinter das Kulturzentrum. Deshalb nahm die Junge SVP nun einen Anlauf auf kantonaler Ebene, um der Stadt den Geldhahn zuzudrehen.

Keine Rückweisung

Der Regierungsrat soll sich nicht nochmals mit der Initiative befassen und das Gegengutachten der Initianten prüfen. Mit 101 zu 50 Stimmen lehnte das Kantonsparlament den Rückweisungsantrag der SVP ab.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Bern wird immer mehr zum Griechenland der Schweiz, diese Reithalle ist ein Schandfleck in unserem schönen Land. Vielleicht müsste man darüber nachdenken, ob Zürich eine Alternative als Hauptstadt der Schweiz wäre ?
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Gebt uns Berner(innen) endlich im ganzen Kanton, die Möglichkeit, uns an der Urne zu äussern, was wir von diesem Berner "Schandfleck" (Anarchisten-Kaserne) halten! Dann wird endlich klar, ob wir diese Vandalen-Hochburg behalten wollen oder ob dieses Chaoten-Basislager endlich verschwinden muss! Politiker im Grossen Rat scheinen dazu leider nicht fähig zu sein!
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    1. Antwort von Peter Holzer (Peter Holzer)
      Vielleicht könnte ja in Zukunft auch die ganze Schweiz über die Lysser Politik abstimmen? Nein, danke... oder wie war das nochmals mit Fremdbestimmung ala EU/Brüssel? Die Berner haben alleine darüber zu entscheiden und mussten/durften dies bereits 5 mal. Demokratie heisst auch zu akzeptieren!
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    An diesem Sumpfhaufen beissen sich anscheinend noch viele Politiker die Zähne aus. Aber das Volk könnte entlich einmal Klartext reden und der Reitschule den Tarif durchgeben.
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